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Brigitte Spreitzer
Das Nachhaschen
leerer Arme im
Morgengrauen
Traumgesichtiger Fülle
hinverloren
Brigitte Spreitzer
Ein Sturmstoß aus Nichts
lockert jäh mir den Griff
Die Hände
andrem unterstellt
als meinem Wollen
lassen los, stumm erschreckend los
Etwas
ganz anders als Denken
ganz anders
gewahrt mein Verlorensein
Versteht es in stummem Erschrecken
sich an Nichts zu halten
Weiß es ganz
Spiraliges Nebeln
in Abgrund und Grund
ganz anders als Fühlen
ganz anders
erkennt mich substanzlos Sein.
Das Nachhaschen
leerer Arme im
Morgengrauen
Traumgesichtiger Fülle
hinverloren
und der Vögel weher
Jubelgesang
aus etwas wie
Glück etwas wie
Gnade
unverloschen
in blakendem Nachttief
Ein Sturmstoß aus Nichts
lockert jäh mir den Griff
Die Hände
andrem unterstellt
als meinem Wollen
lassen los, stumm erschreckend los
Etwas
ganz anders als Denken
ganz anders
gewahrt mein Verlorensein
Versteht es in stummem Erschrecken
sich an Nichts zu halten
Weiß es ganz
Spiraliges Nebeln
in Abgrund und Grund
ganz anders als Fühlen
ganz anders
erkennt mich substanzlos Sein.

Ein Sturmstoß aus Nichts
lockert jäh mir den Griff
Die Hände
andrem unterstellt
als meinem Wollen
lassen los, stumm erschreckend los
Etwas
ganz anders als Denken
ganz anders
gewahrt mein Verlorensein
Versteht es in stummem Erschrecken
sich an Nichts zu halten
Weiß es ganz
Spiraliges Nebeln
in Abgrund und Grund
ganz anders als Fühlen
ganz anders
erkennt mich substanzlos Sein.
Wollen wir dem Wunder
eine Erlaubnis einholen?
Herztöne genehmigen lassen?
Engel um Passierscheine fragen?
Du deutest auf befestigte Grenzen.
Ich sehe zwei Kinder
vorbeischleichen an Uniformen.
Ein Lied auf den Lippen
schlüpfen sie durch Ladungen von Angst
und hüpfen um die Wette auf
dem Minenfeld.
Spielen Kugelfangen im Schussgewitter.
Nur ihr Lachen zählt

Wohin fliehn wir nun mit unserm weißen Traum
der eintreten will
in eine Welt in der wir da sind
der unberührt liegen will
im leisen Geflaum –
weißes Schmelzen auf fernen Wangen.
Weine um dich
wie du sein wirst wenn ich
dich hineingerissen habe
in ein Bild.
Weine um mich
wie ich sein werde wenn ich
mehr war als der Brennpunkt
des Unmöglichen.
Engel setzen über Grenzen, heilig.
Wir –
Das Nachhaschen
leerer Arme im
Morgengrauen
Traumgesichtiger Fülle
hinverloren
und der Vögel weher
Jubelgesang
aus etwas wie
Glück etwas wie
Gnade
unverloschen
in blakendem Nachttief

Brigitte Spreitzer
Unmöglich ist es
der Sprache der Augen
zu folgen
mit den Händen.
Unmöglich Unmögliches zu tun
mit der zusammengefalteten
Angst
und der ausgebreiteten
Freude.
Unmöglich
dass die Luft
unsern Sprung erträgt.
Aber dein Engel und meiner
wahnwitzig und wahr
wagen dennoch
einander möglich zu sein.
Das Nachhaschen
leerer Arme im
Morgengrauen
Traumgesichtiger Fülle
hinverloren
und der Vögel weher
Jubelgesang
aus etwas wie
Glück etwas wie
Gnade
unverloschen
in blakendem Nachttief
Wie oft muss ich die Hände
ins Gletschermeer tauchen bis
sie an Dich rühren dürfen?
Wie viele Mal den Mund
ans Eis legen bis
er durchschmilzt zu Dir?
Du weißt
ich bin längst auf dem
Weg ins kristallene Schweigen
Genährt nur vom
Weiß zwischen Dir und mir.
Wie oft muss ich die Hände
ins Gletschermeer tauchen bis
sie an Dich rühren dürfen?
Wie viele Mal den Mund
ans Eis legen bis
er durchschmilzt zu Dir?
Du weißt
ich bin längst auf dem
Weg ins kristallene Schweigen
Genährt nur vom
Weiß zwischen Dir und mir.
Das Nachhaschen
leerer Arme im
Morgengrauen
Traumgesichtiger Fülle
hinverloren
und der Vögel weher
Jubelgesang
aus etwas wie
Glück etwas wie
Gnade
unverloschen
in blakendem Nachttief

Die Tore sind offen.
Die Fesseln gelöst.
Wir gehn heim.
Die Trauer hat in einer
Ritze Platz.
Die Freude reicht bis
zum Himmel.
Wir haben den Tod
überlebt.
Wir räumen auf.
Wir füttern das Kind.
Wir bestellen das Feld.
Wir singen und beten.
Wie leicht und
wie schwer es ist
unsterblich zu sein.
Wohin fliehn wir nun mit unserm weißen Traum
der eintreten will
in eine Welt in der wir da sind
der unberührt liegen will
im leisen Geflaum –
weißes Schmelzen auf fernen Wangen.
Weine um dich
wie du sein wirst wenn ich
dich hineingerissen habe
in ein Bild.
Weine um mich
wie ich sein werde wenn ich
mehr war als der Brennpunkt
des Unmöglichen.
Engel setzen über Grenzen, heilig.
Wir –
Draußen ziehn vorüber
Menschen
Zeitknoten
Ich schnür sie nicht auf
Unserland zeitlos
gleitet durch die Lande
Ich wähle ein wenig
Blau ein wenig Purpur
Gold
lass sinken
lass sinken
In einer Geste einem
Anklang einem Vogelruf
berührst du mich
Ich bring dir die Antwort heim.
Draußen ziehn vorüber
Menschen
Zeitknoten
Ich schnür sie nicht auf
Unserland zeitlos
gleitet durch die Lande
Ich wähle ein wenig
Blau ein wenig Purpur
Gold
lass sinken
lass sinken
In einer Geste einem
Anklang einem Vogelruf
berührst du mich
Ich bring dir die Antwort heim.
Die Tore sind offen.
Die Fesseln gelöst.
Wir gehn heim.
Die Trauer hat in einer
Ritze Platz.
Die Freude reicht bis
zum Himmel.
Wir haben den Tod
überlebt.
Wir räumen auf.
Wir füttern das Kind.
Wir bestellen das Feld.
Wir singen und beten.
Wie leicht und
wie schwer es ist
unsterblich zu sein.
Das Nachhaschen
leerer Arme im
Morgengrauen
Traumgesichtiger Fülle
hinverloren
und der Vögel weher
Jubelgesang
aus etwas wie
Glück etwas wie
Gnade
unverloschen
in blakendem Nachttief