Autor*innenresidenzen im ländlichen Raum - Land in Sicht: Wolfhagen

15. Juni 2022
Belletristik, Erzählung, Geschichte, Kurzgeschichte, Historischer Roman, Hörspiel, Kinder-/Jugendliteratur (Belletristik), Krimi, Thriller, Lyrik, Prosa, Kurzprosa, Theaterstück

Teilnahmebeschränkungen

  • Stipendienvergütung von 2.500 Euro monatlich (insgesamt 5.000 Euro)
  • Es wird eine Wohnung für den Zeitraum des Stipendiums zur Verfügung gestellt.
  • Es wird eine Reisekostenpauschale in Höhe von 400 Euro zur Verfügung gestellt.
  • Hessenbezug: Für die Bewerbung für das Land in Sicht-Stipendium ist ein fester Wohnsitz in Hessen nicht Voraussetzung. Es muss jedoch ein deutlicher Lebensbezug zu Hessen bestehen. Das könnte sein:
    • hier geboren zu sein,
    • hier studiert zu haben,
    • hier mehrere Jahre gewohnt oder
    • in Hessen mehrere Jahre im literarischen Bereich gearbeitet zu haben, z. B. als Autor*in, Übersetzer*in, Lektor*in oder Dramaturg*in oder
    • sich intensiv literarisch mit Hessen auseinandergesetzt zu haben (nachweislich einer Publikation).

Verwandtenbesuche in Hessen oder kürzere Aufenthalte sind kein ausreichender Hessenbezug.

Beschreibung

Land in Sicht: Autor*innenresidenzen im ländlichen Raum

Zum Jahresende 2017 setzte der Hessische Literaturrat e.V. mit der Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst das Pilotprojekt „Autor*innenresidenzen im ländlichen Raum“ um. 2018 wurde das Projekt ausgebaut und die Stipendiendauer auf zwei Monate verlängert. Über die zahlreichen Lesungen, Workshops und Klangspaziergänge der Stipendiat*innen berichtete u.a. hr2-kultur ausführlich. Ziel der „Land in Sicht“-Stipendien ist eine intensive Zusammenarbeit und Auseinandersetzung der Stipendiat*innen mit den kulturellen und städtischen lokalen Akteuren und der Bevölkerung. Seit 2019 werden jährlich drei Land in Sicht-Stipendien in hessischen Gemeinden und Städten umgesetzt.

Wolfhagen: Oktober bis November 2022

Die Fachwerkstadt Wolfhagen im nordhessischen Landkreis Kassel liegt im Westen des Naturparks Habichtswald. Das Mittelzentrum mit rund 13.000 Einwohner*innen und 11 Stadtteilen liegt an der Deutschen Märchenstraße und an der Deutschen Fachwerkstraße und knapp 30 Kilometer westlich der documenta-Stadt Kassel. Im Wolfhager Stadtwald wurden Fußabdrücke von Sauriern gefunden, von denen einige im Wolfhager Museum zu besichtigen sind. Auf erste Spuren menschlichen Wirkens und eine bronzezeitliche Besiedlung in der Wolfhager Gemarkung verweisen zahlreiche Hügelgräber. Die urkundliche Ersterwähnung der befestigten Stadt und Burg Wolfhagen geht zurück auf das Jahr 1231, 1264 erhielt der Ort das Stadtrecht. 1699 gründete Landgraf Carl von Hessen-Kassel fünf Kilometer südlich der Stadt Wolfhagen das Hugenottendorf Leckringhausen. Die Glaubensflüchtlinge aus Frankreich fanden hier eine neue Heimat.

Wolfhagen trägt seit 2019 die amtliche Zusatzbezeichnung Hans-Staden-Stadt, nach dem deutschen Landsknecht in Diensten portugiesischer Siedler, der um 1557 in Wolfhagen lebte und wirkte. Die Stadt arbeitet seit Jahren intensiv die Geschichte der eigenen früheren jüdischen Bevölkerung auf. Seit 2012 befindet sich in einer früheren Kaserne im Wolfhager Stadtteil Gasterfeld eine Gemeinschaftsunterkunft, in der aktuell die meisten Geflüchteten im Landkreis wohnen. Seit 2014 wird die Stromversorgung in Wolfhagen vollständig aus erneuerbaren Energien gedeckt. Traurige Bekanntheit erreichte Wolfhagen im Juni 2019 durch den rechtsterroristisch motivierten Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke vor seinem Wohnhaus im Ortsteil Istha.

Das Stipendium in Wolfhagen wird in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Kassel, der Stadt und weiteren lokalen Akteur*innen im Kulturbereich umgesetzt. Das Wolfhager Kulturleben wird getragen von vielfältigen Netzwerken und Initiativen von haupt- und ehrenamtlich Engagierten. Kulturelles Aushängeschild der Stadt und der Region ist seit Mitte der 1990er Jahre das Wolfhager Kulturzelt. 2012 wandelte sich mit dem Kulturladen ein ehemaliger Lebensmittelmarkt zur Kleinkunstbühne und bietet seither in gemütlicher Atmosphäre ein hochwertiges Musik- und Kabarettprogramm. Auch das über lange Jahre hinweg einzige Kino im Landkreis Kassel ist in Wolfhagen beheimatet. Der engagierte Kulturverein, die Buchhandlung Mander und das Regionalmuseum stehen neben unzähligen Vereinen und Initiativen für eine lebendige und gut vernetzte Kulturszene in der Stadt. Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Schulen von den Grundschulen und der Gesamtschule bis zum Zentrum für berufliche Bildung ist ebenfalls möglich. Die Walter-Lübcke-Schule in Wolfhagen ist Partner der Initiative „Offen für Vielfalt“. Das Stipendium ist auch in Familienbegleitung möglich. Alle Veranstaltungen im Rahmen des Stipendiums können nur stattfinden, wenn die Pandemie-Situation dies zulässt.

Bewerbung

 

Erwartungen an Stipendiat*innen:

  • Auseinandersetzung mit dem hessischen ländlichen Raum durch aktive Integration in das Ortsgeschehen (z.B. Ortstour, Begegnungen mit der lokalen Bevölkerung, Auseinandersetzung mit der Ortsgeschichte etc.)
  • Anbieten von mind. zwei Workshops, Lesungen o.Ä. (z.B. mit Schulklassen, Seniorengruppen etc.) sowie einer Abschlusslesung oder ggf. digitalen Alternativen aufgrund der Corona-Pandemie
  • Zusammenarbeit mit den örtlichen und überörtlichen Medien
  • Erstellen eines literarischen Textes mit Bezug zum Aufenthaltsort (Prosa, Essay, Lyrik, Drama etc.): Der*Die Stipendiat*in behält die Rechte am Text. Das Land Hessen, die Stadt Wolfhagen und der Hessische Literaturrat sind berechtigt, den Text im Rahmen eigener analoger und digitaler Publikationen zu verwenden (z.B. Anthologie oder Homepage).
  • Bereitschaft, bei einer Veranstaltung auf der Frankfurter Buchmesse über das Stipendium zu sprechen
  • Ein Auto ist keine Voraussetzung, aber ein Vorteil, um in ländlichen Raum mobil zu sein.

Unterlagen:

  • Lebenslauf und beruflich-künstlerischer Werdegang (einschließlich bisheriger Stipendien)
  • ausführliches Statement (1-2 Seiten), aus dem das Interesse an einem Aufenthalt in Wolfhagen hervorgeht
  1. die Erwartungen an das Stipendium
  2. Ideen und Pläne für die örtliche Zusammenarbeit
  3. das individuelle Arbeitsvorhaben während des zweimonatigen Aufenthalts
  • Arbeitsproben (max. 5 Normseiten)
  • Angaben über die persönlichen Bedingungen für den Aufenthalt (Familienbegleitung)
  • Nachweise für den jeweiligen Hessen-Bezug wie z.B. Kopien des Personalausweises (Vorder- und Rückseite), von Schul-, Universitäts- oder Arbeitszeugnissen bzw. Arbeitgeberbescheinigungen über die Tätigkeit und Aufenthaltsdauer oder Bescheinigung des Einwohnermeldeamtes.
  • Einverständniserklärung für den Versand der Bewerbungsunterlagen über Wetransfer (kann jederzeit zurückgenommen werden)
  • Vorgabe: Die Bewerbung ist auf max. 10 Seiten zu begrenzen. Die Bewerbung sollte als zusammenhängende PDF-Datei (1 Dokument) per E-Mail eingereicht werden.

Stipendiengeld:

  • Die Auszahlung des Stipendiengeldes erfolgt anteilig pro vier Wochen vorausgesetzt, dass der*die Stipendiat*in über den gesamten Ausschreibungszeitraum anwesend ist.
  • Unterbrechungen können vereinbart werden. Sollte der*die Stipendiat*in länger als 10 Tage nicht anwesend sein, behält sich der Hessische Literaturrat vor, das Stipendiengeld anteilig zurückzufordern.

Bewerbungsunterlagen bitte schicken an:

info@hessischer-literaturrat.de

Rückfragen können telefonisch erfolgen unter 0611 / 16 66 041 (Madelyn Rittner, Geschäftsführung) oder per E-Mail an info@hessischer-literaturrat.de.

Fristen

  • Die Ausschreibung des Stipendiums für Wolfhagen (Oktober bis November)
    beginnt am 3. Mai 2022.
  • Einsendeschluss ist der 15. Juni 2022.
  • Die Entscheidung über die Zuerkennung des Stipendiums wird spätestens Mitte Juli 2022 getroffen.

Kontaktmöglichkeit

 

Rückfragen können telefonisch erfolgen unter 0611-166 6041 (Madelyn Rittner, Geschäftsführung) oder per E-Mail an info@hessischer-literaturrat.de.