Hörspielfassung 'Das Leben der Esther Schmidt und anderer Jugendlicher im Nationalsozialismus'

Hörspielfassung 'Das Leben der Esther Schmidt und anderer Jugendlicher im Nationalsozialismus'

In einer von den Schülern erarbeiteten Hörspielfassung liegt nun das Leben des jüdischen Mädchens Esther Schmit und anderer Jugendlicher aus der Wesermarsch vor. An diesem Montag geht es den ganzen Vormittag an die Aufnahmen, die dann im Verlag noch einmal mit Geräuschen und Musik ausgestattet wird, sodass sie dann sendefähig ist.

 

… und du bist raus!
Das Leben der Esther Schmidt und anderer Jugendlicher im Nationalsozialismus in der Wesermarsch
Ein Romanprojekt von Schülern der Pestalozzischule und des Gymnasiums Brake
In Zusammenarbeit mit: Kultur vor Ort e. V., Berne und dem Geest-Verlag

Herausgegeben von Alfred Büngen, Tanja Framme, Kim Koretzki
Geest Verlag, Oktober 2015

ISBN 978-3-86685-538-0                                     

ca 185 S., 10 Euro

 

 

... und du bist raus‘ ist das nunmehr dritte gemeinsame Schreib- und Buchprojekt (Zwischen Kuschelbär und Lie­besglück, 2013, Das ist unser Haus!, 2014) aus der ge­mein­­samen Arbeit von Pestalozzischule Brake, Gym­nasium Brake, Kultur vor Ort e.V., Berne, und dem Geest-Verlag, Vechta.
Grundlegender Ansatz bei den Projekten war und ist, dass Förderschüler und Gymnasiasten gemeinsam schrei­­­ben und ein Buch verfassen können, ja sogar einen ganzen Roman, wie sie bereits im Vorjahr durch das Projekt Das ist unser Haus! bewiesen haben. Doch diesmal ging es nicht um die Gründung eines Jugend­zentrums, vielmehr um die Auseinandersetzung mit der eige­nen Geschichte.­
Auf dem Hintergrund fiktiver Biografien damaliger Jugend­licher durchlebten die teilnehmenden SchülerInnen die na­tio­­nalsozialis­tischen Jahre in Brake. Mit Handlungs­alter­nativen konfrontiert, hatten die Schülerinnen die Mög­lich­keit,  das weitere Handeln ihrer Figuren zu bestimmen. Wer würde unter ande­rem dem jüdi­schen Mädchen Esther wirk­lich helfen, und zwar glaubwürdig, bezogen auf die eigene fiktionale Sozialisation? Wer würde sich gegen die natio­nal­so­zialis­ti­sche Gewalt engagieren, wer würde sich eher ein­fügen? Die Jugendlichen entwickel­ten ihre Figuren da­bei äußerst einfühlsam und für den Leser oft­mals in ihrem Handeln überra­schend.
Die SchülerInnen konnten sehen, dass es keinesfalls nur eine Opfer-Täter-Gesellschaft gab, vielmehr vielerlei Grau­schat­tierungen das Leben bestimmten. Und sie konnten lern­en, so eine wichtige Zielsetzung des Projekts, dass nur der rechtzeitige solidarische Widerstand gegen undemo­kratische Bestre­bungen die Chance des Verhinderns eines Unrechtsstaates ist. Ein tolles Projekt, dass eine überzeu­gende Möglichkeit zeigt, mit Jugendlichen die Geschichte des Natio­nalso­zia­lis­mus vor Ort aufzuarbeiten und für sie  verstehbar zu ma­chen.

veranstaltungsdatum: 

15. Februar 2016

Lesungen: 

15.02.16