Julia de Boor und Gunter Berthold am 28. und 29. September auf dem miniaturen-Festival in Bremen

Julia de Boor und Gunter Berthold am 28. und 29. September auf dem miniaturen-Festival in Bremen


 


http://theaterkontor-bremen.de/produktionsbuero/miniaturen/

Das miniaturen Festival 2018
Während in der Welt alles größer und komplexer wird, setzt das miniaturen Festival gezielt auf Kleinheit. Es wird auf den Effekt verzichtet, durch Größe zu beeindrucken. Eine Einladung, sich für einen Abend der Informations- und Datenflut zu entziehen und den Blick auf das Wesentliche zu lenken. Rund 40 regionale KünstlerInnen werden eingeladen, die verschiedenen Räume zu bespielen und zu gestalten. Im Fokus des Festivalkonzepts steht weniger ein „fertiges“ Projekt, sondern vielmehr eine Bestandsaufnahme bzw. ein kurzer Einblick, ein kleines Detail eines großen Projekts oder eine konkrete Fragestellung. Ob Fotokunst, bildende Kunst, Musik, Theater – es wird die Vielfalt der Künste dargestellt. Die BesucherInnen erkunden das gesamte Kontorhaus vom Keller bis zum Dach auf der Suche nach einzigartigen Darbietungen.
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Folgende Künstler sind in diesem Jahr voraussichtlich dabei: Arne Rix, Barbara Baum, Beate Möller, Benedikt Vermeer, Brigitte Tüttelmann, Cantufan Klose, Carolina Burandt, Christine Stehno, Clemens Austen, Eva Matti, Eva Spilker, Franca Burandt, Franz Fendt, Gunter Berthold, Hannelore Schnitter, Harald Schwörer, Jaap Slagman, Johanna Pätzold, Julia de Boor, Katina Georgoulas, Larissa Raumann, Lena Holtz, Leo Klose, Lucie Tempier, Marietta Armena, Mario Ziegenbalg, Monika B. Beyer, Petra Erhard, Riccardo Castagnola, Sigrid Sander, Sonja Bartscherer, Stefan Berthold, Tobias Pflug, Waldek Grazewicz

 

veranstaltungsdatum: 

28. September 2018

Lesungen: 

28.09.18
Barbe Maria Linke liest aus 'Wege, die wir gingen' in der Bibliothek in Wilhelmsruh in Berlin

Barbe Maria Linke liest aus 'Wege, die wir gingen' in der Bibliothek in Wilhelmsruh in Berlin

 28. September: 19 Uhr Bibliothek in Wilhelmsruh, Hertzstr. 61, 13158 Berlin

 

Barbe Maria Linke

Wege, die wir gingen

Zwölf Frauen aus West- und Ostdeutschland

geben Auskunft

Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Rita Süßmuth

Coverbilder von Rosika Jankó-Glage

Geest-Verlag 2015

ISBN 978-3-86685-513-7

ca. 550 S., 16.80 Euro

Eines der politisch und literarisch aufregendsten Projekte, das mir in den letzten Jahren begegnete – Barbe Maria Linkes ‚Wege, die wir gingen‘.
Mit zwölf Frauen, jeweils sechs aus Ost- und Westdeutschland führte die Autorin erzählgenerierende Interviews durch. Zwölf Frauen sprechen über ihre Kindheit, ihre Ausbildung, über Freundschaft und Liebe. Sie denken nach über Gott und die friedliche Revolution, folgen dabei stets ihrer eigenen sinnstiftenden Wahrheit. Die Autorin beharrt bei ihren Interviews auf wenigen vergleichbaren Momenten, etwa dem Mauerbau und der Maueröffnung als historisch einschneidende Ereig¬nisse, lässt die Frauen ansonsten selber ihr Leben entwickelnd erzählen.
Auch Prof. Dr. Rita Süßmuth zeigt sich in ihrem Vorwort überrascht über die Individualität und Unterschiedlichkeit der Lebenswege nicht nur zwischen Ost und West, sondern auch innerhalb Ost und West, die sich hierbei offenbaren. „Obwohl ich es weiß, verblüffte mich erneut, wie unterschiedlich sich jedes Leben gestaltet. Hier Demokratie, dort Diktatur. Aber so einfach ist es nicht.“
Lebensprägende soziologische Strukturen geben den Rahmen vor, Elternhaus, Schule, Ausbildung, Liebe etc. Hinzu kommt die jeweils besondere gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland Ost und West.

Nein, keine eindimensionale Lebensentwicklung Ost, keine West, vielmehr sehr individuelle Lebensentwürfe und deren Umsetzungen, die zwar auch bestimmt sind durch die gesellschaftlichen Strukturen des jeweiligen Systems, aber ebenso durch die Zielsetzungen der individuellen Biografien. Zugleich erfahren wir als Westler viel über die Lebensentwürfe Ost und natürlich ebenso umgekehrt. Es sind Frauen einer Generation, die gänzlich andere gesellschaftliche Entwicklungen erlebten und realisierten, die aber zugleich vor ähnlichen Problemstellungen standen (Ehe, Kinder, Beruf).
Das alles mit einer wunderbar leichten Hand geschrieben, die die Vertrautheit der Autorin mit den interviewten Menschen erkennen lässt. Natürlich hat Barbe Maria Linke den interviewten Frauen das Geschriebene noch einmal zur Abstimmung und zur Zustimmung vorgelegt, sodass keine Fremdinterpretation des Gesagten stattfindet. Auffällig ist, und es spricht für die angewandte Interviewtechnik der Autorin, wie sehr man bereits nach kurzer Zeit mit den jeweiligen Personen vertraut ist, von ihnen berührt, um Brüche, Fragwürdigkeiten, Stärken und vieles mehr weiß.

Ein tolles Buch, das zu lesen von der ersten bis zur letzten Seite eine mehr als spannende Lektüre ist.

 

veranstaltungsdatum: 

28. September 2018

Lesungen: 

News: 

28.09.18