Barbe Maria Linke liest aus 'Wege, die wir gingen' beim Frauenfrühstück in der Friedenskirche in Lüneburg

Barbe Maria Linke liest aus 'Wege, die wir gingen' beim Frauenfrühstück in der Friedenskirche in Lüneburg

 

 

10. Nov. 10 Uhr Frauenfrühstück  in der Friedenskirche in Lüneburg, Wichernstr. 32,

21335 Lüneburg.

Barbe Maria Linke

Wege, die wir gingen

Zwölf Frauen aus West- und Ostdeutschland

geben Auskunft

Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Rita Süßmuth

Coverbilder von Rosika Jankó-Glage

Geest-Verlag 2015

ISBN 978-3-86685-513-7

ca. 550 S., 16.80 Euro

Eines der politisch und literarisch aufregendsten Projekte, das mir in den letzten Jahren begegnete – Barbe Maria Linkes ‚Wege, die wir gingen‘.
Mit zwölf Frauen, jeweils sechs aus Ost- und Westdeutschland führte die Autorin erzählgenerierende Interviews durch. Zwölf Frauen sprechen über ihre Kindheit, ihre Ausbildung, über Freundschaft und Liebe. Sie denken nach über Gott und die friedliche Revolution, folgen dabei stets ihrer eigenen sinnstiftenden Wahrheit. Die Autorin beharrt bei ihren Interviews auf wenigen vergleichbaren Momenten, etwa dem Mauerbau und der Maueröffnung als historisch einschneidende Ereig¬nisse, lässt die Frauen ansonsten selber ihr Leben entwickelnd erzählen.
Auch Prof. Dr. Rita Süßmuth zeigt sich in ihrem Vorwort überrascht über die Individualität und Unterschiedlichkeit der Lebenswege nicht nur zwischen Ost und West, sondern auch innerhalb Ost und West, die sich hierbei offenbaren. „Obwohl ich es weiß, verblüffte mich erneut, wie unterschiedlich sich jedes Leben gestaltet. Hier Demokratie, dort Diktatur. Aber so einfach ist es nicht.“
Lebensprägende soziologische Strukturen geben den Rahmen vor, Elternhaus, Schule, Ausbildung, Liebe etc. Hinzu kommt die jeweils besondere gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland Ost und West.

Nein, keine eindimensionale Lebensentwicklung Ost, keine West, vielmehr sehr individuelle Lebensentwürfe und deren Umsetzungen, die zwar auch bestimmt sind durch die gesellschaftlichen Strukturen des jeweiligen Systems, aber ebenso durch die Zielsetzungen der individuellen Biografien. Zugleich erfahren wir als Westler viel über die Lebensentwürfe Ost und natürlich ebenso umgekehrt. Es sind Frauen einer Generation, die gänzlich andere gesellschaftliche Entwicklungen erlebten und realisierten, die aber zugleich vor ähnlichen Problemstellungen standen (Ehe, Kinder, Beruf).
Das alles mit einer wunderbar leichten Hand geschrieben, die die Vertrautheit der Autorin mit den interviewten Menschen erkennen lässt. Natürlich hat Barbe Maria Linke den interviewten Frauen das Geschriebene noch einmal zur Abstimmung und zur Zustimmung vorgelegt, sodass keine Fremdinterpretation des Gesagten stattfindet. Auffällig ist, und es spricht für die angewandte Interviewtechnik der Autorin, wie sehr man bereits nach kurzer Zeit mit den jeweiligen Personen vertraut ist, von ihnen berührt, um Brüche, Fragwürdigkeiten, Stärken und vieles mehr weiß.

Ein tolles Buch, das zu lesen von der ersten bis zur letzten Seite eine mehr als spannende Lektüre ist.

 

veranstaltungsdatum: 

10. November 2018

Lesungen: 

10.11.18
Jenny Schon Führung/Lesung zur Reichsprogramnacht 1938

Jenny Schon Führung/Lesung zur Reichsprogramnacht 1938

 

Führung/Lesung zum Gedenken an die Reichsprogromnacht 1938

Von der Spiegelwand/ehemaligen Synagoge am Hermann-Ehlers-Platz

zum jüdischen Blindenheim in der Wrangelstraße. Auf den Spuren der Pflastersteine. Es werden am Blindenheim Gedichte von dem blinden Dichter Bernd Kebelmann  gelesen.

Zeit:  Samstag, 10., 11. 2018, 27.1.2019 (Auschwitztag), 14 Uhr

Ort:   Hermann-Ehlers-Platz, Spiegelwand, Steglitz, S-/U-Bahn Rathaus Steglitz; Teilnahmegebühr 10 Euro.

 

veranstaltungsdatum: 

10. November 2018

Lesungen: 

10.11.18
80 Jahre Novemberprogrome – Gedenkveranstaltungen in Berlin-Steglitz

80 Jahre Novemberprogrome – Gedenkveranstaltungen in Berlin-Steglitz


 


 

80 Jahre Novemberprogrome – Gedenkveranstaltungen in
Berlin-Steglitz



Jenny Schon, Cornelia Große, Claudia Risch und der Verein kunstraumsteglitz e.V.

veranstalten vor der Spiegelwand,
die Hunderten Berliner Juden gedenkt,
eine literarische Reminiszenz an
vertriebene und ermordete Juden.

Freitag, den 9.11.18, 17 Uhr
Steglitz, Hermann-Ehlers-Platz



Die Stadtführerin und Lyrikerin Jenny Schon
veranstaltet Führungen zum Gedenken
an vertriebene und ermordete jüdische Blinde.
Von der Spiegelwand in Berlin-Steglitz zu dem jüdischen Blindenheim.
Samstag, 10.11.18, 14 Uhr, es liest der
blinde Dichter Bernd Kebelmann.
und
Mittwoch, 14.11.18, Sonntag, 27.1.2019
(Auschwitz-Tag), 14 Uhr,

Steglitz, Hermann-Ehlers-Platz,
Mit Anmeldung: 030-892 13 38,
Teilnahmekosten 10 Euro.

 


veranstaltungsdatum: 

9. November 2018


Lesungen:

veranstaltungsdatum: 

10. November 2018

Lesungen: 

10.11.18
Achtzig Jahre Novemberpogrome "Bach und Barbarei - Musik in Konzentrationslagern" Vortrag von Ulrike Migdal am 10.11. in der Konzertlirche Warfleth

Achtzig Jahre Novemberpogrome "Bach und Barbarei - Musik in Konzentrationslagern" Vortrag von Ulrike Migdal am 10.11. in der Konzertlirche Warfleth


 



Achtzig Jahre Novemberpogrome
"Bach und Barbarei - Musik in Konzentrationslagern"
Vortrag von Ulrike Migdal
10. November, 19:00 Uhr
Konzertkirche Warfleth

Die renommierte Historikerin Dr. Ulrike Migdal (Bochum) hält am Samstag, 10. November, 19:00, in der Warflether Kirche am Deich einen Vortrag zum Thema "Bach und Barberei -- Musik in Konzentrationslagern". Der Eintritt ist frei (Spende erbeten), Anmeldung nicht verpflichtend, aber willkommen (tel. 04406-920046 Rakow. berne-bringt@t-online).

Als Anfang November vor 80 Jahren die Synagogen und jüdische Geschäftshäuser brannten, der Mob Schaufensterscheiben einschlug, Friedhöfe schändete, Polizei und Feuerwehr nicht einschritten, während die Bevölkerung applaudierend oder still gaffend danebenstand, wussten die Nazis endgültig, was die Juden der überwältigenden Mehrheit ihrer "arischen" Mitbürger wert waren: nichts. Keine drei Jahre später zogen sie mit dem Auftrag an Heydrich, die "Endlösung der Judenfrage" zu organisieren, die Konsequenzen, und bis zum Kriegsende waren in der Tat  praktisch alle europäischen Juden ausgelöscht. Im System der fabrikmäßigen Vernichtung von sechs Millionen Menschen kam den Konzentrationslagern als Orten von todbringender Zwangsarbeit, von Ermordung durch Aushungern und von Vergasung eine zentrale Rolle zu. Erstaunlicherweise wurde in vielen Lagern, selbst in Auschwitz, wo Hunderttausende den Tod durch Vergasung sterben mussten, Musik gespielt: Solistisches, Salon- und Kammermusik, klassische Konzerte, Opern und Operetten, ja sogar Kabarett mit Chansons wurden aufgeführt.

Diesem scheinbaren Widerspruch hat Ulrike Migdal einen Schwerpunkt ihrer lebenslangen Forschungstätigkeit gewidmet.  Sie hat die Archive von Konzentrationslagern, besonders im angeblichen "Vorzeigelager" Theresienstadt, und in der zentralen Gedenkstätte Yad Vashen in Jerusalem gesichtet, mit Überlebenden der KZs und mit Angehörigen Ermordeter Gespräche geführt, bis dahin unentdeckte Unterlagen aufgespürt und erschlossen und über die Ergebnisse in Zeitschriften, Rundfunkbeiträgen und in Büchern berichtet. Ihr 1986 bei Piper  erschienenes Buch "Und die  Musik spielt dazu -- Chansons und Satiren aus dem KZ Theresienstadt", heute nur noch archivarisch erhältlich, gilt noch immer als Standardwerk. Das für ca. 4.000 Einwohner vorgesehene Städtchen Theresienstadt wurde von den Nazis für bis zu 60.000 Juden  gleichzeitig -- Alte, Kinder und Künstler -- als Durchgangslager genutzt, auf dem Weg meistens ins Auschwitzer Gas. Nachdem Musik anfangs bei Todesstrafe verboten war, erkannte die Lagerverwaltung den "heilsamen" Effekt von Musik und gestattete den Eingeschlossenen als "Freizeitgestaltung" ein reichhaltiges Kultur- und Musikprogramm. So entstanden in Theresienstadt Gedichte, Lieder und andere Werke -- ständig überschattet von der Gefahr des finalen Transports. Immer wieder kam es vor, dass Musiker am Abend noch bei einem umjubelten Auftritt auf der Bühne standen und am Morgen danach in einen Güterwaggon gestoßen wurden, Endziel: eine Gaskammer in Auschwitz.

Musik, so Ulrike Migdal, war für diese Menschen wie eine Rettungsinsel, ein Fixstern aller Lebenshoffnungen, eine Möglichkeit, zu sich zu finden und die Düsternis des Daseins zu vergessen. Die bekannten Werke etwa von Bach, Mozart, den Romantikern, wurden immer wieder gespielt; Musiker wie Zuhörer konnten in sie ihre Sehnsüchte und Träume "ohne Worte " projizieren.

Ulrike Migdal studierte Geschichte, Literatur- und Sprachwissenschaft, Soziologie und Musik in Bochum, Bielefeld und Köln. Nach ihrer Promotion übernahm sie Forschungs- und Lehraufträge in Deutschland und in den USA. Sie war Mitarbeiterin der jüdischen Wochenschrift "Aufbau" (New York) und langjährige Featureautorin für Deutschlandfunk/ Deutschlandradio Kultur. Für ihre Forschungen zu Ilse Weber, der "Dichterin von Theresienstadt" ("Ich wandre durch Theresienstadt" -- später gesungen u.a. von Ann Sofie von Otter), wurde sie mit dem Preis des Deutschen Kulturrates ausgezeichnet. Ihre 2017 in Berne, Brake und Bremen gehaltenen Vorträge über Ilse Weber fanden ein sichtlich beeindrucktes Publikum, siehe

https://www.nwzonline.de/wesermarsch/kultur/brake_a_50,0,1599130112.html

https://www.weser-kurier.de/region/die-norddeutsche_artikel,-ein-schicksal-aus-theresienstadt-_arid,1654870.html


Ulrike Migdal ist die Mutter der Geigerin Liv Migdal und Witwe des 2015 verstorbenen Hamburger Pianoprofessors Marian Migdal, der am 11.11.18 siebzig Jahre alt geworden wäre. Die Gedenkmatinee am Sonntag, 11.11., 11 Uhr 11, mit Werken hauptsächlich jüdischer Komponisten , gespielt von Liv Migdal und ihrer norwegisch-chinesischen Pianopartnerin Jie Zhang, wird sie mit kurzen Wortbeiträgen bereichern.


Förderhinweis:
Wir bedanken uns sehr bei der Landessparkasse zu Oldenburg und bei dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen KdöR für die kurzfristige Ermöglichung dieses Vortrags.

 

veranstaltungsdatum: 

10. November 2018

Lesungen: 

10.11.18
„Begegnungen mit HALINA, einer jüdischen Malerin, die Auschwitz überlebte.“ - lesung und Gespräch mit Barbe Maria und Dietmar Linke in der Deutsch-Jüdischen Gesellschaft, 21335 Lüneburg.
10.11.18