Sigune Schnabel liest zusammen mit anderen Autoren zur Matinee in der Sächsischen Akademie der Künste in Dresden
15.09.19
Michael Tonfeld liest auf dem Afrika-Markt in Regen

Michael Tonfeld liest auf dem Afrika-Markt in Regen

15.Sept.  Afrika Markt Regen
28.Sept.  Afrika Festival Heilbronn
21.-24.XI. BonnerBuchmesseMigration

 

 

Der Star im Tonfeld-Kosmos ist aber Wa bibio, eine Große Achatschnecke, die er einst in seinem Afro-Shop, den er mit seiner damaligen afrikanischen Frau betrieb, entdeckte. Mit einer Lebensmittel-Lieferung kam die Schnecke unfreiwillig ins ferne Lechhausen. Manchmal kommen die guten Dinge eben ganz langsam und auf leisen Sohlen. Mit einer dieser Riesenschnecken tritt er unermüdlich auf.

 

Afrika mit der Seele verstehen. Hier wird es zum Leben erweckt, über sinnliche Wahrnehmung erschließt er den Kindern afrikanisches Leben und afrikanische Kultur. Mit Lebensmitteln erklärt er Gewohnheiten, Sitten und Gebräuche. Essen ist ja auch ein sinnliches Erleben. Seine Erfahrung zeigt ihm, dass Kinder im Vorschulalter weniger mit Vorurteilen belastet sind und sich viel freier und aufgeschlossener mit Dingen, die sich außerhalb ihrer Kultur befinden, auseinandersetzen.

Auch über afrikanische Textilien weiß er Erstaunliches zu erzählen. „Vieles, was wir als afrikanische Stoffmuster ansehen, wird seit 200 Jahren von einer holländischen Firma in Afrika gewebt und die Stoffmuster stammen aus Indonesien.

„Das Bedrucken von Stoffen mit Mustern kommt von der Insel Java. Deswegen werden sie auch Java-Prints genannt“, erzählt er. Viele Muster der typisch afrikanischen Umhänge, „Boubous“ genannt, stammen ursprünglich aus dem Rheintal. Michael Tonfeld muss es wissen.

Sein Vater arbeitete in Krefeld am Niederrhein in der Textilbranche, der zweiten großen Textilstadt neben Augsburg. Die Familie übersiedelte, aus beruflichen Gründen des Vaters, 1965 nach Augsburg. „Mit dem Augsburger Dialekt stand ich damals auf Kriegsfuß und man fühlte sich als weltoffener Rheinländer etwas ausgegrenzt“, sagt Tonfeld, der mittlerweile im Stadtteil Bärenkeller lebt. Vielleicht kommt ja daher sein Interesse, mittels Literatur fremde Kulturen zu erklären.

„Auf Leben und Tod. Die lange Reise einer Schnecke von Afrika nach Augsburg“ und „Yaws süßes Erwachen“ heißen Michael Tonfelds aktuelle Bücher, die im Geest-Verlag erschienen sind.

 

 

veranstaltungsdatum: 

15. September 2019

Lesungen: 

15.09.19
Buchpremiere Cordula Scheel am 21. September im Lichtwarksaaal in Hamburg - musikalische Gestaltung Joja Wendt

Buchpremiere Cordula Scheel am 21. September im Lichtwarksaaal in Hamburg - musikalische Gestaltung Joja Wendt



 

  Buchpremiere “Und fügst eine Stunde hinzu”von Cordula Scheel am Samstag, den 21. September 2019, um 12 Uhr
     im Lichtwarksaal / Carl-Töpfer-Stiftung, Peterstraße 28, 20355 Hamburg
     Am Fügel: Joja Wendt

 

Cordula Scheel

Und fügst eine Stunde hinzu

Lyrik

Mit einem Vorwort von Joachim Aljoschka Krebs

Geest-Verlag 2019

ISBN 978-3-86685-713-1
83 S., 12,50 Euro

 

In Erinnerung geblieben sind auch die Ausflüge in die griechische Geschichte mit Kalypso und Kassandra oder die Schrecken der Bombennächte in Stettin. Eine Besonderheit sind die Schil­derungen des Kriegsendes 1944/45: Bomben, Feuer, Flucht sind schon viel beschrieben worden, aber noch nie so eindringlich in lyrischer Form wie in diesem Buch.
Arno Surminski
 

 

Die Spur


Das Meer geht an Land
angespült die Sonnenkugel
flammend rot
Grenzgänger eine kleine Zeit

Nachts bei Ebbe
das Windgesicht der Sandbank
Irrgärten der Imagination
geheime Straßen
Blindenschrift
mit Händen und Füßen zu ertasten

Über die eigene Haut hinaus
das sich dehnende All
die Zeit
Ebbe und Flut
wieder und wieder
die Spuren

 

Cordula Scheel
wurde geprägt durch ihre geistig aufgeschlossene Familie und die Landschaften, in denen sie aufwuchs. Geboren 1935 in Mecklenburg nahe Lübeck, in Kriegszeiten Umzug nach Stettin. Dort Schulbeginn mit weißer Schürze, Schie­fertafel und Sütterlinschrift. Wegen ver­stärk­ter Luftangriffe evakuiert aufs Land. Dorfschulen auf Gütern in der Ucker­mark, in Polen nahe Danzig (damals sog. „Ostland“), zurück in Mecklenburg, un­weit der Ostsee. 1945 mit einem Ruck­sack Flüchtling in einer schleswig-hol­­stei­nischen Kleinstadt mit den Eltern und zwei Brüdern. Seit 1950 in Hamburg zu Hause.
Abitur 1954, Jurastudium und Sprachen in Hamburg, Tübingen und im Ausland. Berufstätigkeit, Liebe, Ehe, zwei Kinder, drei Enkelkinder. Schicksalsschläge und glückliche Fügungen hielten sich die Waage.
Veröffentlichungen - Gedichte
Denn ich wage das Wort, Öffnung, Ge­zeichnet, Wegsteine, Am Rande der Lichtung, Und fügst eine Stunde hinzu.
 

 

veranstaltungsdatum: 

15. September 2019

Lesungen: 

15.09.19