Buchpremiere Christine Korte - 'Anbahnungen - Ostfriesische Mischung' am 25.10.2019 im Güterschuppen Aurich 25.10.19
Doppelbuchpremiere Heimat / Menscheit am 25.10. in der Kulturmühle Berne

Doppelbuchpremiere Heimat / Menscheit am 25.10. in der Kulturmühle Berne

"Ich bin zwei Bücher"

Ende der 70er war es, da warb das Tankunternehmen Haase mit dem Foto einer überdimensionierten Betonkugel, auf der stand: "Ich bin zwei Öltanks". Jetzt, vierzig Jahre später, könnte der legendäre Satz mit der unmöglichen Grammatik wieder auferstehen. Schuld sind die Siebten Berner Bücherwochen, denn sie bringen zusammen mit dem Geest-Verlag ein 600-Seiten-Buch auf den Markt, dem der Slogan "Ich bin zwei Bücher" gut zu Gesicht stünde, vereint es doch in einem einzigen Umschlag zwei komplette Lesebücher: die Anthologie "Heimat" mit 300 und die Anthologie "Menschheit" mit noch einmal 300 Seiten. Jede Einzelanthologie ist von ihrer eigenen Schokoladenseite aus zu lesen; das heißt, man kann den Drumm über Kopf kippen, und schon schaut man, eine bibliophile Rarität mit Sammlerpfiff, auf ein zweites, gleich starkes und gleichwertiges zweites Buch.

Zwei Buchpremieren an einem Abend in der Kulturmühle Berne

Seine feierliche Premiere erlebt die Doppelanthologie "HEIMAT / MENSCHHEIT" zusammen mit "WAS DU NICHT WILLST ...", dem neuen Lesebuch für die Wesermarsch, am Freitag, 25.10.2019, in der Kulturmühle Berne (19:30), und zwar in Anwesenheit von Vertretern des öffentlichen Lebens sowie zahlreicher Autorinnen und Autoren aus dem gesamten Bundesgebiet. Wortbeiträge werden erwartet u.a. von Björn Thümler, dem Niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur, Landrat Thomas Brückmann und Bürgermeister Hartmut Schierenstedt sowie dem LEB-Vorsitzenden Dieter Kohlmann. Verleger Alfred Büngen, Vechta, und Bücherwochen-Organisator Reinhard Rakow stellen die Bücher vor, Verfasser und Lesepaten bringen kurzweilige Kostproben aus dem reichen Lesestoff beider Bücher zu Gehör, und zum Schluss können die Bücher in die Hand genommen, erworben und signiert werden. Zu der öffentlichen Veranstaltung sind alle Interessierten herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei, und das Team der Kulturmühle sorgt für die Pausenbewirtung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, aber willkommen (tel. 04406-920046, berne-bringt@t-online.de).

Heimat Menschheit, 600 Seiten lang und ganz ohne Trennstrich

Mit dem Buch "HEIMAT / MENSCHHEIT" purzeln erneut Bücherwochen-Rekorde. Es beteiligten sich über 850 Einsender aus Japan, USA, Brasilien, Bulgarien, Rumänien, Türkei, Italien, Spanien, Frankreich, Schweiz und Österreich sowie aus dem gesamten Bundesgebiet, von Berlin bis Baden-Baden über Frankfurt Main und Frankfurt Oder und von Flensburg bis München. Insgesamt wurden über 2.500 Bewerbertexte eingereicht, darunter auffallend viele aus Wien und aus Dresden, aber auch aus der unmittelbaren Nachbarschaft, Bremen und Oldenburg eingeschlossen. Das Thema HEIMAT erfuhr deutlich größeren Zuspruch als das Thema MENSCHHEIT -- Verhältnis ca. 2 zu 1 --, wenigstens auf den ersten Blick. "Tatsächlich verhandeln zahlreiche Menschheits-Texte Probleme wie Heimatverlust, Flucht und Migration", verrät Rakow und erläutert, das sei mit ein Grund dafür gewesen, HEIMAT und MENSCHHEIT im dicken Buch gleichwertig zu behandeln. Dem trügen auch Buchsatz und -Covergestaltung Rechnung: "Heimat und Menschheit begegnen dem Leser als zwei Seiten einer Medaille. Viele fühlen ihre Heimat nicht mehr an einem bestimmten Ort, sondern in der Menschheit selbst. Also "Heimat Menschheit", ganz ohne Querstrich".

"Was du nicht willst ..." auf Hochdeutsch un up Platt

Spannende Beiträge harren auch im neuen "Lesebuch für die Wesermarsch" ihrer Leser. Erstmals in der Geschichte der Berner Bücherwochen wendet sich das Wesermarsch-Buch dem selben Thema zu wie gleichzeitig die Gesamtheit der Schüler-Bücher von Grundschule Ganspe, Oberschule Berne und Gymnasium mit Förderschule Brake: "Was du nicht willst ...". Traurige und witzige Texte, Prosa und Lyrik, auf Hoch- und auf Plattdeutsch wechseln einander ab, und der eine oder andere Autor ist sogar auf die Idee verfallen, die Themen HEIMAT MENSCHHEIT und WAS DU NICHT WILLST ... miteinander zu verknüpfen. So spielt etwa der bekannte Nordenhamer Autor Jens Wohlkopf in seinem Beitrag ein düsteres Szenario durch: Wie das wohl wäre, eines Morgens in zerbombter Umgebung aufzuwachen und sich dann über die Schweiz nach Marokko durchschlagen und dort um Asyl bitten zu müssen ...? Andere assoziierten das Motto "Was du nicht willst, ..." mit Erfahrungen auf dem Arbeitsamt, dem Umgang des Menschen mit der Natur oder mit Erfahrungen aus dem Kreis der (mehr oder weniger) lieben Verwandtschaft. Das Buch ist wie üblich in Zusammenarbeit mit der LEB (Ländliche Erwachsenenbildung, Kreisarbeitsgemeinschaft Wesermarsch) entstanden. Texten der von LEB angebotenen Schreibwerkstatt unter Leitung von Schriftstellerin Helga Bürster kommt eine besondere Bedeutung zu. Herausgekommen ist ein buntes Kaleidoskop anregender Gedanken, mit dem die Wesermarsch aufs Neue ihren überregionalen Ruf als Literaten-Hotspot unterstreicht und festigt.

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-- Buch HEIMAT / MENSCHHEIT - Die Doppelanthologie der Siebten Berner Bücherwochen, herausgegeben von Reinhard Rakow
ca. 600 Seiten
Geest-Verlag Vechta
ISBN 978-3-86685-742-X               16,80 Euro

-- Buch WAS DU NICHT WILLST ... Das neue Lesebuch für die Wesermarsch, herausgegeben von Dieter Kohlmann und Reinhard Rakow
ca. 350 Seiten
Geest-Verlag Vechta
ISBN 978-3-86685-743-8              14,80 Euro

 

veranstaltungsdatum: 

25. Oktober 2019
25.10.19
Michael Tonfeld weilt mit zahlreichen Lesungen auf den Kinderkulturtagen in Wolfratshausen

Michael Tonfeld weilt mit zahlreichen Lesungen auf den Kinderkulturtagen in Wolfratshausen

 

Zahlreiche Schullesungen absolviert Michael Tonfeld mit seinen Programmen auf den Kinderkulturtagen in Wolfratshausen. Mit dabei natürlich seine Schnecken, die sich auf eine abenteuerliche Reise von Afrika nach Wolfratshausen machen.

Michael Tonfeld tritt seit über zehn Jahren erzählend mehr als 1.000 mal in Büchereien, Kindergärten, Schulen, auf Messen, in Museen, auf Afrika-Festivals und anderen Open-Air-Veranstaltungen im gesamten deutschsprachigen Raum auf.

Michael Tonfeld lebt in Augsburg. Viele Jahre war er Vorsitzenden des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt.
 

Dem Buch liegt eine CD mit der Version der Erzählperformance bei. Die Musik dazu komponierte, produzierte und spielte Kim Azas/Bénin, der Tonfeld während der Neunzigerjahre bei Auftritten musikalisch begleitete. Die Illustrationen entstanden nach Motiven von Susanne George, der Tochter des Autors. Tonfeld liest übrigens keine einzige Zeile vor, sondern erzählt das ganze Buch aus der Sicht der Schnecke, wobei die Kinder miteinbezogen werden. Außer den lebenden Achatschnecken, die sich streicheln lassen, nicht ins Haus zurückziehen, lernen die Kinder wichtigste Nahrungsmittel Westafrikas kennen, welche in einem kleinen Glossar der Geschichte angehängt wurden, und die der Autor bei Auftritten mit sich führt.


Daraus ein kleiner Auszug:


Richtig – ich stamme aus Afrika.
Wie ich ausgerechnet nach Deutschland gekommen bin? Das ist eine lange Geschichte ...
Eines schönen Regentages folgte ich den saftigen Blättern auf meinem Ast. Sie schmeckten wirklich ausgezeichnet. Ehe ich mich versah, hatte ich ungewollt einen Bach überquert und das gegenüberliegende Ufer erreicht.
Der Ast wurde dünn und dünner, bog sich mehr und mehr nach unten.
Ich bekam es fürchterlich mit der Angst zu tun, zog mich in mein Schneckenhaus zurück und – ließ mich einfach fallen.

Leider war der Bach kein gewöhnliches Gewässer, wie sich sehr bald herausstellte. Den Sturz überlebte ich zum Glück unbeschadet. Sogar mein Haus war heil geblieben.
Vorsichtig schob ich meinen Kopf aus dem Schneckenhaus und hielt nach meinen Eltern Ausschau. Aber weit und breit war keine andere Schnecke zu sehen.
Ich begann mich zu fürchten. Riefen die Stimmen der Wassergeister schon meinen Namen?
Dauernd hatte ich mich als Schneckenkind über mein langweiliges Leben beschwert. Jetzt also sollte ich endlich ein Abenteuer erleben.

 

veranstaltungsdatum: 

25. Oktober 2019

Lesungen: 

25.10.19