Kulturschocker - Heimat und Identität - Bekenntnisse einer Poetry Slam Gruppe (heute neu erschienen)

Kulturschocker - Heimat und Identität - Bekenntnisse einer Poetry Slam Gruppe (heute neu erschienen)



 

HEIMAT UND IDENTITÄT

BEKENNTNISSE EINER
POETRY SLAM GRUPPE

Ahmed Alwais
Sönke Baumdick
Lena Heckmann
Jessica Heister
Jonas Heyng
Am Nerouz Racho
Antonia Wengert

Grafiken von Bahareh Orooji
Geest-Verlag 2020

ca. 110 S. , Format 17,5 x 23 cm

ISBN 978-3-86685-815-2

10 Euro

 



Wie alles begann

Im Oktober 2018 gründete der Malteser Hilfsdienst in Kooperation mit der Partnerschaft für Demokratie die Poetry Slam Gruppe. Angesiedelt ist das Projekt im Integrationsdienst der Malteser, sodass Antonia Wengert (Referentin und Leiterin des Dienstes) und Amira Racho (ehrenamtlich tätig) für das Projekt verantwortlich sind. Amira Racho hatte inspiriert von dem Poetry Slam Text „Alchemie“ von Babak Ghassim die Idee zu dem Projekt. Amira: „Mir ging es darum ein neues Format zu schaffen, was modern ist und Jugendlichen die Möglichkeit gibt, ehrlich und offen über ihre Gefühle und ihr Leben zu schreiben“.
Damit wandte Amira sich an den Integrationsdienst der Malteser und traf auf Antonia Wengert. Antonia: „Wir beide waren uns schnell einig, dass das wirklich etwas Großes und Wichtiges für Jugendliche werden kann.“
Unser Ziel war es, Menschen eine Stimme zu geben und Jugendliche und junge Erwachsene dazu zu motivieren, Dinge kritisch zu hinterfragen und über Sachverhalte zu diskutieren. Wir wollten eine Gemeinschaft schaf-fen, die sich aus den unterschiedlichsten Nationen zusammensetzt und so ganz verschiedene Sichtweisen und Gesprächsthemen mit einbringen kann. Uns ging es immer um den Zusammenhalt und das Zusammenwachsen und weniger um die Konkurrenz und den Wettkampf, der bei den typischen Poetry Slam-Wettbewerben auf der Bühne vorausgesetzt wird. In unserer Gruppe ist es wichtig, sich gegenseitig zu unterstützen, aneinander zu wachsen und von den anderen zu lernen. Es war uns wichtig, Menschen zu erreichen, die etwas zu sagen haben. Die ihre Geschichte erzählen wollen und auf etwas aufmerksam machen möchten.
Und so hat sich unsere Gruppe dann entwickelt:

Persönlichkeiten prallten aufeinander
Sonne und Regen standen sich gegenüber
Farben wie im Tuschkasten
mischten sich zu einem Regenbogen.

Tränen und Freude teilten wir uns
während wir über Heimat und Identität sprachen.
Die Sehnsucht nach der Ferne, Familie
Die Frage nach dem „Ich“?
Wer bin Ich?
und wer will Ich sein?

Plötzlich, das frühe Erwachsen werden, erzwungen
durch die Distanz zu den Eltern
Die Vorfreude und gemischten Gefühle in der Heimat
Unsicherheit während der Schreibphase
Lustige Anekdoten und musikalische Überraschungen
zwischen den Proben

Unser Projekt bekam Charakter
es wurde lebendig.
Mit jedem einzelnen Moment, ob auf der Bühne oder im Seminarraum
Die Nervosität, das Kitzeln in den Fingern, das Strahlen in den Augen
Die Erleichterung kam mit der Zeit.

Fremde wurden zu Vertrauten
Momente häuften sich
Spielten im Einklang
Etwas Schönes entstand und ihre Blüten blühten weiter … bis heute.

Das alles schafften wir jedoch nicht allein. Wir bekamen großartige und nicht wegzudenkende Unterstützung von den beiden wunderbaren Poetry Slamern Babak Ghassim und Helge Goldschläger, die uns von Anfang an begleiteten. Ohne sie wären wir nicht an dem Punkt, an dem wir heute sind.
So entstand aus dem allersten Workshop im Oktober 2018 die erste Poetry Slam Gruppe, die sich aufgrund folgender Workshops und zahlreicher Auftritte immer weiterentwickelte. Es kamen neue Menschen hinzu, einige verließen uns auch wieder und dennoch haben wir mittlerweile einen festen Kern, der seit Anfang des Jahres an diesem Buch geschrieben hat, das wir euch nun vorstellen möchten.
 

 

 

Datum: 

Do, 12/10/2020 - 08:15
10.12.20