Ab heute im Druck: Die Zukunft gemeinsam gestalten - Texte zum Zukunftsprozess der Gemeinde Spiekeroog

 

Ab heute im Druck: 

 

Gemeinde Spiekeroog (Hg.):
Die Zukunft gemeinsam gestalten.
Texte zum Zukunftsprozess von Spiekeroog.
Geest-Verlag, Vechta-Langförden, 2008
Hardcover, 224 S.

ISBN 978-3-86685-118-4
9,80 Euro

Vorwort
Bürgermeister Bernd Fiegenheim

„Auch als Ergebnis des Zukunftsprozesses haben wir eine neue Dialogkultur entwickelt. Alle können wieder miteinander reden ...", so formulierten es die jungen In¬sulaner in ihrem Wunschbild für die Zukunft Spie¬keroogs. Mit dieser Vision haben sie das formuliert, was den neu zusammengesetzten Rat nach der Kommunal-wahl 2006 bewegte: Wir müssen wieder miteinander reden können. Der außerordentlich hart geführte Wahl-kampf in der 830 Seelen zählenden kleinen Insel-gemeinde spaltete das Dorf in zwei Lager, jeweils an-geführt von einer der beiden Wählergruppierungen. Diese wurden tituliert als die Bewahrer und die Er-neuerer, wobei die jeweils andere Gruppierung betonte, dass auch sie bewahren bzw. erneuern wolle. Die Kern-frage, die sich im Wahlkampf stellte, war die nach dem ‚Wohin soll es auf und mit Spiekeroog gehen?’, ‚Zu was wollen wir uns entwickeln?’, ‚Wie soll die Richtung sein?’
Die Wahl erbrachte eine Ratszusammensetzung von 5:3. Dies ließ befürchten, dass die Minderheit und ihre Anhänger isoliert werden könnten. Wie erreichen wir, dass trotz der während des Wahlkampfes entstandenen Verletzungen, trotz des überlegenen Wahlsieges einer der beiden Gruppierungen ein Dialog in Gang gesetzt wird, wie erreichen wir es, dass ganz Spiekeroog wieder miteinander kommuniziert?
Als der Rat mehrheitlich den Zukunftsprozess in Auftrag gab, um der Beantwortung der oben genannten Kern-frage näher zu kommen, waren selbst die Prozessbefür¬worter nicht unbedingt von seinem Erfolg überzeugt, aber sie waren bereit, das Risiko eines Misserfolgs in Kauf zu nehmen. Mit dem Prozess wurde eine Be-wegung in Gang gesetzt, die weder Befürworter noch Kritiker erwartet hätten. Es wurde diskutiert, auf der Straße, in der Schule und in den Familien. Oftmals ging es dabei weniger um die Aussagen und Statements der Referenten, als vielmehr um Sinn und Unsinn eines solchen Prozesses und ob wir Spiekerooger ein für alle formuliertes Zukunftsziel benötigen. Diese ‚Straßendis-kussionen’ brachten auch die zusammen, die sich vor der Wahl als Anhänger der einen oder anderen Gruppierung auseinanderdividiert hatten.
Es ist uns jedoch nicht gelungen, alle Ratsmitglieder in den Diskussionsprozess zu integrieren. Die von den Ju-gendlichen verabschiedeten Zielvorschläge wurden in einer Arbeitsgruppe des Rates diskutiert und über-arbeitet. An diesem Prozess nahmen von neun Ratsmit-gliedern nur sieben teil. Zwei Mitglieder der kleineren Fraktion verweigerten ihre Mitwirkung. Auch auf der Sitzung des Rates in der letztendlich die Ziele verab¬schiedet wurden, waren nicht alle dabei. Kurze Zeit später traten die zwei Ratsmitglieder, die sich nicht am Prozess beteiligten, aus dem Rat zurück. Die mit-wirkenden Ratsmitglieder haben die Ziele einstimmig verabschiedet. Die Zustimmung der Öffentlichkeit kann ihnen gewiss sein und war bereits während der Rats-sitzung im Saal spürbar.
Mein Respekt gilt Herrn Richter, unserem Berater. Sein unglaublicher Optimismus hat insbesondere mir über so manchen Rückschlag hinweggeholfen.
Meine Hochachtung gilt den Jugendlichen, die die Er-gebnisse des Prozesses auswerteten und viel viel Zeit und Energie investierten. Diese kleine Gruppierung, die sich zusammensetzt aus hier Geborenen und Hinzuge¬zogenen, aus Haupt- und Gymnasialschülern, aus Spie¬kerooger Unternehmer- oder Angestelltenfamilien stam¬mend, machte uns Erwachsenen vor, wie ein Dialog un-terschiedlich Interessierter funktionieren kann. Es ging um die Entwicklung einer gemeinsamen Vision zur Zu-kunft Spiekeroogs.
Mein besonderer Respekt gilt aber all denen, die es ge-schafft haben, Vorbehalte zu überwinden und wieder mit den Spiekeroogern zu reden, die sie vor dem September 06 bewusst unbeachtet ließen.

Wir reden wieder miteinander, wir lachen, streiten, feiern zusammen. Um die Zukunft Spiekeroogs ist mir daher nicht bange.

Dieses Buch soll vor allem den interessierten Bürgern die Ergebnisse der Befragung, der von den Jugendlichen erstellten Stärken- und Schwächenanalyse, die Vortrags-texte und natürlich die verabschiedeten Ziele zur Ver-fügung stellen – damit der Dialog nie aufhören möge.



Vorwort
Bürgermeister Bernd Fiegenheim

„Auch als Ergebnis des Zukunftsprozesses haben wir eine neue Dialogkultur entwickelt." data-share-imageurl="">