Das Büchereiteam Ellenstedt lädt ein zur Lesung am Freitag, den 21. November um 19.00 Uhr mit Jos Mehrings ins Pfarrheim Ellenstedt. Bei Wein und Käse in netter Gesellschaft einen schönen Abend genießen.
Mehrings, Jos F. - Die unerhörte Liebe des Richters K.
Jos F. Mehrings
Die unerhörte Liebe des Richters K.
Geest-Verlag 2022
ISBN 978-3-86685-888-6
504 S., 14,80 Euro
Eigentlich sollte im Leben des eher unscheinbaren 57-jährigen Richters am Landgericht, verheiratet, Vater von drei erwachsenen Kindern, nicht mehr viel Unvorhergesehenes passieren, sein Leben in geordneten Bahnen weiterlaufen. Aber es kommt anders. Der Richter Heinrich Kollmann „verguckt“ sich in eine junge Kassiererin und stellt dieser nach. Er unternimmt dabei Dinge, für die er andere verurteilt. Mehr und mehr gerät sein privates, aber auch sein beruf-liches Leben aus der Bahn. Kollmann steigert sich schließlich in einen Wahn und sieht sich als führende Kraft einer weltweit grassierenden Pandemie für den Frieden. Bis dato ist er seinen Aufgaben als Richter, der mit der Hälfte seiner Arbeitskraft in einer Straf-, mit der anderen Hälfte in einer Zivilkammer am Landgericht Münster tätig ist, unauffällig nachgekommen. Diese Teile des Romans sind sowohl für den juristischen Leser interessant, der Vieles und vielleicht auch sich selbst erkennen wird, aber auch für den Nichtjuristen, der vieles erstmals kennenlernt. Dabei wird mit einigen weit verbreiteten Rechtsirrtümern aufgeräumt, etwa zur Abgrenzung zwischen Mord und Totschlag. Der Autor hat zahlreiche Erfahrungen aus seiner beruflichen Tätigkeit als Richter in den Roman einfließen lassen, bestimmte Situationen und Sachverhalte aber nach dem Motto, „Roman bedeutet, dass die Ereignisse, die darin vorkommen, auch frei erdacht sein dürfen“ (Martin Suter) hinzugefügt, etwa einen Strafprozess nach einem Raubüberfall auf eine Spielothek.
Jos F. Mehrings war nach seinem Jurastudium in Münster fünf Jahre als Richter in Oldenburg, danach bis zu seiner Pensionierung als Professor für Wirtschaftsrecht an der FH Münster tätig. Nach zahlreichen Fachpublikationen und seinem viel beachteten Romandebüt „Niemand hat die Absicht“ legt er nunmehr seinen zweiten Roman vor.
Bücherverbrennung und Reichsprognomnacht 1933 - Vortrag, Lesung und Gespräch mit Erich Pfefferlen
Die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 war der Auftakt zur Vernichtung des Geisteslebens in Deutschland. Dass Autorinnen, Autoren und ihre Werke verfolgt und verbrannt wurden, hat Auswirkungen bis heute. Erich Pfefferlen führt zunächst in einem geschichtlichen Abriss in die Thematik und ihre Brisanz ein, bei der auch auf die Reichsprognomnacht eingegangen wird. Anschließend stellt er u.a. jüdische Autorinnen und Autoren vor, die in dieser Zeit verfolgt wurden, rezitiert aus ihren Werken, um Vergessene(s) dem Vergessen zu entreißen.