Für Positionen heute gestärkt - Jugendliche erlebten die Gedenkstätte Ravensbrück

Was für ein Aufenthalt mit Jugendlichen in der Gedenkstätte Ravensbrück. Unvergesslich intensiv. Die Gedenkstätte mitten in einer wunderbaren Landschaft gelegen, an einem See, der herbstlich gefärbte Wald - doch dahinter das unfassbare Grauen. Auch den Jugendlichen fiel es schwer, diesen Widerspruch zwischen Schönheit und Vernichtung auszuhalten, zumal sie in den Häsuern der Aufseherinnen übernachteten. Eine überzeugende Führung am ersten Tag bildete den Rahmen für das Tun der Jugendlichen im ehemaligen Frauenkonzentrationslager und im Jugendlager Uckermark. Jeder fand eigene Schwerpunkte der Auseinandersetzung in Wort und Bild. In der großen Runde wurd immer wieder gesprochen über ihre Gefühle und Sichtweisen. Aber es gab auch gemeinsame Aktionen. Unvergesslich sicherlich für alle, das gemeinsame Singen des 'Wiegela-Liedes' von Ilse Weber (mit der sie mit Kindern ins Gas gegangen ist).

Wiegala, wiegala, weier

Der Wind spielt auf der Leier.
Er spielt so süß im grünen Ried,
die Nachtigall, die singt ihr Lied.
Wiegala, wiegala, weier,
der Wind spielt auf der Leier.

Wiegala, wiegala werne,
Der Mond ist die Laterne,
er steht am dunklen Himmelszelt
und schaut hernieder auf die Welt.
Wiegala, wiegala, werne,
der Mond ist die Laterne.

Wiegala, wiegala, wille,
wie ist die Welt so stille.
Es stört kein Laut die süße Ruh,
schlaf, mein Kindchen, schlaf auch du.
Wiegala, wiegala, wille,
wie ist die Welt so stille.

Doch auch das Nachfühlen eines Stehens auf dem Appellplatz schuf Erinnern. Besonders interessant für die Jugendlichen natürlich auch der Besuch des Jugendlagers Uckermark, wo gleichaltrige Jugendliche durch die Jugendämter der Vernichtung ausgesetzt wurden.

Die Jugendlichen werden ihre Texte und Texte gegen Rechts heute in den nächsten Wochen in einer Broschüre zusammenfassen und auf einer Lesung vortragen.