Jürgen Klaubert - Der Fluss Eine Ballade in neun Strophen
Der Fluss
Eine Ballade in neun Strophen
1.
Der Fluss
Er hat geschwiegen
Er wusste ja genau
In seinem Wasser
Trug er Tränen
Einer verzweifelt Frau
2.
Er trug das Blut
Von Männern Frauen Kindern
Von der Quelle bis zum Meer
Im Fluss kein Blut
Von Menschenschindern
Im Fluss ein einzig Leichenheer
3.
Der Fluss
Er hat geschwiegen
Sein Wasser floss und floss
Und die verzweifelt Frau
Sie ist hineingestiegen
Bis sich ihr Blut
Ins ewig Meer ergoss
4.
Der Fluss hat es ertragen
Sein Wasser war der Freiheitskuss
Das Meer nahm Trauer und Verzagen
Nicht nur von einem Fluss
5.
Meereswasser stieg zum Himmel
Regen füllte jeden Ort
Regen füllte die Paläste
Spülte Prunk und Mörder fort
6.
Auch dies nahm der Fluss
Auch dies nahm das Meer
Auch dies kam mit dem Regen
Zurück zum Menschenleiden her
7.
Es ist die Frau
Herausgestiegen
Aus Elend Leid und Meer
Sie hat den Weg uns angewiesen
Als Mutter
Unser ewig Meer
8.
Die Mutter hat
Mit ihrer Liebe
Tod und Mörder überwunden
Die Mutter hat ihr Blut gegeben
Nur die Mutter wird das Leben
Für immer weitergeben
9.
Es sagt der Große Ozean
Erst sei
Das letzte Sein
Von allem Unrein rein
Erst dann
Wird alles Leiden
Ewig zu Ende sein