Mach den ersten Schritt - wir gehen mit! Selbsthilfe entdecken. Mit einem Vorwort von Kathrin Kampmann (Druck)


Mach den ersten Schritt - wir gehen mit!

Selbsthilfe entdecken.

Mit einem Vorwort von  Kathrin Kampmann

Dieser tolle Titel steht über ein Selbsthilfe-Broschüre, in der Teilnhmer*innen vonm Selbsthilfegruppen im Bereich Coppenburg ihre in einem Schreibprojekt formulierten Einladungen zu Mitarbeit in den Selbsthilfegruppen selber formulieren.Zugleich gibt die Broschüre einen Überblick über die Vielzahl der vorhandenen Selbsthilfegruppen. Am 5. Juni wird das Projekt dann öffentlich vorgestellt.

Vorwort

Das Wort „Schicksalsschlag“ steht für eine Brutalität, die nur wirklich begreift, wer sie selbst erlebt hat. Und ein „schweres Schicksal“ bedeutet genau das: Ein Kraftakt für die, die damit leben müssen - Tag für Tag. 
Solche schweren Schicksale haben oft eins gemeinsam. Sie sind eben nicht „normal“. Selbst das engste, liebevollste Umfeld kann nicht genau nachvollziehen, was sie genau für die Lebensrealität bedeuten. Sie spüren die Krankheit nicht am eigenen Körper, sie haben das Trauma nicht selbst durchlebt, der Verlust trifft sie auf eine andere Art. Hinzu kommt, dass mancher Kampf für Außenstehende gar nicht ersichtlich ist oder bewusst versteckt wird. 
In der Konsequenz fühlen Menschen, die es eh schon hart erwischt hat, sich oft auch noch schnell außen vor. Sie behalten ihr Leid für sich oder fühlen sich gar gebrandmarkt, isoliert und unverstanden. Es kann ein Befreiungsschlag sein, dann Menschen zu treffen, die einen wirklich verstehen. Weil sie einen ähnlichen Kampf kämpfen. 
„Selbsthilfe" heißt für mich, sich wieder als selbst-bestimmten Motor seines eigenen Überlebens wahrzunehmen. Sich auf den Weg machen, sich selbst helfen, aber eben nicht allein. 
Durch andere Hoffnung und Mut zu schöpfen und anderen Hoffnung und Mut zu machen. Denn auch wenn der Weg schwer bleibt, kann er sich gemeinsam ein wenig leichter anfühlen. Ich glaube, wer in einer schweren Situation anderen die Hand ausstreckt – oder auch eine ausgestreckte Hand annimmt - hilft dem Gegenüber und auch sich selbst und beweist dabei wahre Stärke und Menschlichkeit. 
Kathrin Kampmann