Solidaritätsadresse mit dem Protestcamp gegen Gasbohrungen vor Borkum - Solidariätsaktion auf dem Literarischen Sommerfest


Zeitgleich mit dem Literarischen Sommerfest des Geest-Verlags am 6. und 7. 9. findet ein Protestcamp gegen die Gasbohrung auf Borkum statt. Über mehrere Tage verteilt werden auf dem Sommerfest nicht nur viele Autor*innen aus ihren Werken lesen, sondern es wird auch über politische und gesellschaftliche Themen diskutiert. Und es soll im praktischen Tun zumindest eine Solidarität mit dem Klimaktivisten geben. 
Dazu wird es über die Website des Verlages und auf dem Verlagsfest selbst einen Aufruf an die Autor*innen geben, diese Solidaritätsadresse zu unterschreiben. 
Passend zum Thema wird bei dem Treffen in Visbek auch die Greenpeace-Ausstellung „Demokratie schützen“ zu sehen sein. Nachhaltigkeit ist ein wesentliches Element dieser Ausstellung (s. auch Website Greenwire).
Die Idee mit der Solidaritätsadresse ist der Versuch, dem Protest gegen die Gefährdung des Weltnaturerbes Wattenmeer auch im Kreis der 
Schriftsteller*innen Gehör zu verschaffen. 

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Die Solidaritätsadresse:

(kann auch von Autorinnen, die nicht auf dem Fest sind heruntergeladen werden (siehe im Anhang) und an den Verlag geschickt werden info@geest-Verlag)

Wir, die nachfolgend aufgeführten Schriftstellerinnen und Schriftsteller, unterstützen die Ziele des Protestcamps zur Verhinderung der Gasförderung am Rande des Weltnaturerbes Wattenmeer.

Mit Nachdruck fordern wir Herrn Bundeskanzler Friedrich Merz und die Ministerin für Wirtschaft und Energie, Frau Katherina Reiche, auf, die geplante Erdgasförderung vor der Insel Borkum nicht weiter zu verfolgen. Weiterhin erwarten wir von den genannten Regierungsmitgliedern, auf die niederländische Regierung einzuwirken, dieses riskante Vorhaben umgehend zu beenden.

Das genannte Projekt gefährdet in hohem Maße die Fauna in der weltweit einzigartigen Naturlandschaft Wattenmeer. Außerdem können irreversible Schäden an sensiblen Steinriffen entstehen. Die zu befürchtende Aberkennung des von der UNESCO verliehenen Status „Weltnaturerbe“ für das Wattenmeer würde einen massiven Imageschaden für unser Land bedeuten. Die Risiken für die Umwelt und (Tourismus-)Wirtschaft stehen in keinem ausgewogenen Verhältnis zu dem möglichen wirtschaftlichen Nutzen.

Wir fordern die Bundesregierung auf, die erkennbare Abkehr von erneuerbaren Energiequellen und die Rückkehr zu fossilen Energieträgern und den damit verbundenen Abhängigkeiten zu beenden.

Allen Teilnehmer*innen des Protestcamps auf Borkum wünschen wir, dass ihre Forderungen nach einer zeitgemäßen und sicheren Energieversorgung Gehör finden und in verantwortlichem politischem Handeln münden.


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Name, Vorname                                  Anschrift                                            E-Mail-Adresse



Zur Information:

Vom 04. bis 07.09.2025 veranstaltet Fridays for Future gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe ein Protestcamp auf der Nordseeinsel Borkum. Das Klimacamp ist der Höhepunkt einer Reihe von Aktionen, die sich gegen die geplanten Gasbohrungen im Wattenmeer richten. Bereits 200 Teilnehmende haben sich angemeldet. Ihnen bietet das Camp ein diverses Programm mit Workshops, Podiumsdiskussionen, Konzerten und Lesungen von Luisa Neubauer und Sylvia Lott.

Am Freitag, den 05.09.2025 rufen die Aktivist*innen gemeinsam mit der Zivilgesellschaft auf der Insel zu einem Kli-mastreik ab 12 Uhr am Margarethe-Giese-Platz (Inselbahnhof) auf. Dort wird es Reden von Fridays for Future, der Deut-schen Umwelthilfe und betroffenen Menschen aus Borkum geben. Nach der Kundgebung zieht der Demozug durch den Ortskern und endet mit einer Abschlusskundgebung am Musikpavillon. 

„Es geht darum, ein starkes Zeichen gegen die geplanten Gasbohrungen zu setzen. Die Gasbohrungen heizen die vor unseren Augen eskalierende Klimakrise noch weiter an. Gleichzeitig brauchen wir sie nicht für unsere Versorgungssi-cherheit. Das ist eine fossile Sackgasse und ein Sinnbild für die rückwärtsgewandte und realitätsferne Politik von Katherina Reiche und Friedrich Merz.“, so Nele Evers von Fridays for Future, die das Klimacamp und die Demonstration mitorganisiert. Der niederländische Konzern One Dyas bohrt vor Borkum neben dem Weltnaturerbe Wattenmeer zur Hälfte auf niederländischem Gebiet und zur Hälfte auf deutschem Gebiet nach Gas. 

Auch die Deutsche Umwelthilfe ist bei den Protesten gegen die geplanten Gasbohrungen vorne mit dabei. Eike Hin-richsen, Referentin für Klimaschutz & Energie bei der Deutschen Umwelthilfe, und ihre Kolleg*innen klagen seit meh-reren Jahren gegen das Projekt von One Dyas auf deutscher und niederländischer Seite. Auch sie sagt: „Der Schutz unserer einzigartigen Meeresnatur muss über den kurzfristigen Profitinteressen eines Gaskonzerns stehen. Wir tun auf rechtlichem Wege alles dafür, um dieses zerstörerische Vorhaben unmittelbar neben dem UNESCO-Weltnaturerbe Wat-tenmeer zu stoppen.”

Fridays for Future hat bereits letztes Jahr eine Demonstration und dieses Jahr bildstarke Protestaktionen auf Borkum organisiert.
Auf und um die Insel ist der Widerstand gegen die Gasbohrungen groß. Bernd Meyerer, Sprecher der Bürgerinitiative Saubere Luft Ostfriesland, erklärt: „Während der Internationale Gerichtshof alle Staaten zum entschlossenen Klima-schutz verpflichtet, treibt unsere Regierung neue  fossile Gasprojekte in der Nordsee voran – ein Schlag ins Gesicht für den Klimaschutz und kommende Generationen. Wertvolle Steinriffe werden für die Profitgier der Konzerne geopfert. Wir lassen das nicht zu! Auf Borkum kämpfen wir für Klimagerechtigkeit – vor Gericht und auf der Straße.“

Weitere Informationen finden Sie unter fridaysforfuture.de/borkum und auf Instagram (@klimacamp_borkum). Wir laden Sie herzlich zum Klimacamp und zum Klimastreik ein.



 

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