Museum verwandelte sich gestern in ein Literaturhaus

80 SchülerInnen der Liebfrauenschule und des Gymnasiums Antonianum verwandelten das Museum im Zeughaus in Vechta gestern in ein Literaturhaus. An insgesamt 13 Schreibstationen schrieben sie über den ganzen Vormittag für ihr Buch 'Unsere Wege'. Toll, wie geeignet das Museum für einen solchen Schreibtag ist. Die unterschiedlichen Räumlichkeiten (von den Gefängniszellen bis zum Raum mit Urnen) bieten viele Rückzugsorte und zugleich Schreibanlässe.

Nun werden die Texte im Verlag ausgewertet und in einen Satz gebracht. Angesichts von fast 1000 entstandenen Texten ein umfangreiches Unterfangen. Dann lesen die SchülerInnen noch einmal Korrektur, ehe es im Rahmen des Bücherfrühlings im April die Buchpremiere geben wird.

Die AutorInnen beim Gruppenfoto vor dem Museum im zeughaus

Schon einmal in einer Gefängniszelle geschrieben?

Zumindest bietet eine Zelle ein bett, auf dem sich gemütlich schreiben lässt

Ein Schreibtag bietet Spaß, Ärger über einen misslungenen Text und zeigt die Jugendlichen auch einmal von ganz anderen Seiten

Auch der Raum mit den Urnen war beliebter Schreibort

Hier einige der enstandenen Texte:

Felix

Dieser Morgen

Kalt und windig begann dieser Morgen.
Die Laune so schlecht wie der Tag,
Im Kopf all die Sorgen
anstelle von Menschen, die ich mag.

Anja

Wer bin ich eigentlich?

Ich, ein kleines Mädchen. Unwissend, tollpatschig, übereifrig, neugierig. Voller Gefühle, voller Motivation. Früher.

Ich, eine Jugendliche. Nicht arm, nicht reich. Immer noch etwas tollpatschig, übereifrig, neugierig. So ganz unwissend nicht mehr, aber noch lange nicht allwissend. Voller neuer Gefühle und Motivationen. Immer und immer wieder kommen neue und alte gehen. Heute.

Ich, eine Erwachsene. Am Studieren. Freunde um mich. Auch dann immer noch tollpatschig, übereifrig, neugierig. Jedoch allwissend nicht. Nie. Gefühle werden da sein. Gegenüber Familie, Freund, Freunden, Kindern. Motivation? Sie entsteht, indem man anderen helfen kann. Soziales leisten. Später.

Kubilay

Ängste

„Hilfe, Hilfe!“, schrie er in das Telefon. Ich war in Panik. Was sollte ich jetzt tun? Ich tat das Beste, was ich tun konnte, ich rief die Polizei an. Sie konnte die Person am Telefon sofort orten. Letztlich waren es doch Jugendliche, die einen Streich spielen wollten, obwohl sie doch so in Not klangen. Ich konnte ihre Angst auf irgendeine Art und Weise spüren, doch ich habe mich scheinbar einfach nur geirrt.

Kubilay

Ich

Ich bin ich,
Ich brauch euch nicht,
Ich tue, was ich will,
Ich bin frei,
Ich bin mein eigener Herr,
Wer was dagegen hat,  ….?

Theresa

Du & Ich

Du und ich
unzertrennlich und verrückt
so verschieden und doch gleich
und trotzdem beste Freunde
das sind wir! Du und ich

Du und ich
kreativ und lustig
so humorvoll und doch ernst
und trotzdem beste Freunde
das sind wir!

Du und ich
geheimnisvoll und hilfsbereit
so liebevoll und doch mal nervig
und trotzdem beste Freunde
das sind wir! Du und ich

Lara

Lieber Gott

Tür auf, Tür zu
Wo bist du?
Du bist da.
Ich weiß das.