Gedicht des Tages

Christopher Haupt - Gezeiten (Gedicht des Tages)

 

herzeis
über den hauern
unter tage

dornenzorn
umzäuntes grau

es brechen
steine
am wundschacht

es brennen
schmerzen

wir sagen:
mondnacht

wir reichen
hände

erweichen
einander
den weg


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artur nickel - ein wort (Gedicht des Tages)

ein wort

ein wort war es
ganz leise geflüstert
ein zupfen am ärmel
bis ich endlich
begriff

es widerrief
meinen schatten
und ließ mich
wortlos
im stich


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Herbert Mannel - Zärtlichkeit des Augenblicks (Gedicht des Tages)

 

 

Zärtlichkeit des Augenblicks.
Ein kleiner Tropfen.

Dekadenz des alltäglichen Lebens.
Nicht jeder kleine Tropfen Gefühl
verendet zum Nichts.

Rede schon ein paar Stunden mit dir
und genieße
jede Zärtlichkeit des Augenblicks.

(Für Yvonne im Jahre 2010)


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Heribert Rück - tanz klang mond (Gedicht des Tages)

 

tanz klang mond

erschreckt dich der ritus
flirrender tänze
an rosa tapeten
ordnest du bilder
den blauen glanz deiner hände
erwidert die vase

der immer zerspringende klang
wir hören ihn fern
du wendest dich lächelnd

verhüllt von der nacht
deine kühle nacktheit

schon rückt ins offene fenster
der fremdvertraute
der mond


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Herbert Mannel - Verqualmter Raum (Gedicht des Tages)

Mannel, Herbert - Jeder küsst nur seinen Schatten

Verqualmter Raum.
Musik dröhnt in meinem Kopf.
Schau noch ab und zu zur Tür, vergeblich.
Ein alter Mann in der Ecke schläft.
Verdammter Alkohol.
Von draußen das Lachen eines Liebespaares.
Komm schenk noch mal ein.
Frag nicht lange.
Tiefe Wunden heilen schlecht.
Nicht nur Rosen haben Dornen.


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Uwe Rosner - Einmal mehr (Gedicht des Tages)

Ich bin der Schrei, den du nicht hörst,
ich bin der Schwur, den du nicht schwörst,
ich bin das Lachen, das dir vergeht,
eine Erinnerung, die schnell verweht.

Ich bin der Weg, den du verschmähst,
ich bin der Wind, der von vorne bläst,
ich bin die Nacht, die du verneinst,
der Mann, den du nicht meinst.


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Carina Göbel - Püppchen (Jugendliche melden sich zu Wort)

Carina Göbel
Püppchen

 

 


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Melissa Meinhardt - Was uns bleibt (Jugendliche melden sich zu Wort)

 

Was uns bleibt

Was bedeutet Morgen?
Morgen bedeutet Zukunft.
Was bringt die Zukunft?

Wir, die wir in einem Jahr das Abitur haben werden, erhoffen uns
viel von der Zukunft: einen Ausbildungsplatz, ein gutes Studium, einen
Job, der Spaß macht und bei dem man dazu noch gutes Geld verdient.

Aber ist das die Realität?


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Marianne Pumb - Steinchen schmeißen (Gedicht des Tages)

 

Nur so zum Spaß
spielen wir dieses Spiel.

Formen unsere Worte
zu Steinchen
und zielen aufeinander.

Aus Steinchen werden
Steine, Felsbrocken ...

Eine Stunde Ehrlichkeit,
wer trifft am besten?

Nur so
zum Spaß –
versteht sich.


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Pablo Neruda -Ostseeruinen (von Pablo Neruda autorisierte Übersetzung aus dem chilenischen Spanisch von Heinz Fischer, München )

 

 

Ostsee-Ruinen

Danzig, vom Krieg zersiebt,
zerrissene Rose -
wie ein Gespenst unter Gespenstern,
zwischen dem Meergeruch
und dem hohen hellen Himmel,
zwischen orangesilbernen Trümmern,
ging ich durch deine Ruinen.
Der Nebel drang mit mir ein,
die eisige Schwade,
und im Herumirren
entwirrte ich die Straßen
ohne Häuser und Menschen.


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