Gedicht des Tages

Stanislaw Wygodzki - Alles erinnert mich an dich (Gedicht des Tages)


Heiser, Dorothea (Hg.) Wygodzki, Stanislaw - Tagebuch der Liebe

 

 

Alles erinnert mich an dich:
im offenen Fenster des Himmels Blau,
im Wind biegsam und schwankend das Gras,
die fernen Bäume, regennaß.

Alles erinnert mich an dich:
der Lokomotive fernes Pfeifen,
die Nebelschwaden bläulichblaß,
am Straßenrand der Busch, vom Sturm zerzaust.

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Pia Golanowsky - Wer hat uns zu denen gemacht, die wir jetzt sind? (Jugendliche melden sich zu Wort)

Wer hat uns zu denen gemacht, die wir jetzt sind?
Pia Golanowsky, Damme

War es der liebe Herr Schiller,
oder doch der gute, alte Goethe?
Waren es die Prinzen mit „Alles nur geklaut"
oder doch die Nachbarskatze, die vor dem Haus miaut?
Waren es schreiende Fußballfans in einem Stadion,
oder nur ein kleiner Vogel, der fröhlich sein Lied trillert?
Warst es sogar du,
oder war es vielleicht auch ich?
Wir alle waren es und auch nicht!
Denn es war das grüne Wesen,

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Artur Nickel: was in erinnerung blieb (Gedicht des Tages)

was in erinnerung blieb

die baracken stehen
schon lange nicht mehr
wo das pfeifen der loks
das warten auf den zug
verkürzte

der unterschlupf in den himmeln
ist verschlossen
leicht in den lüften
webt nur noch
was in erinnerung blieb

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Autor: 

Buch: 

Safinaz Hallioglu - Auge der Zuneigung (Gedicht des Tages)



 

Auge der Zuneigung

Das Auge der Zuneigung entfernte ich eines Tages
Um ohne Hilfe die Umgebung zu schauen
Die Farben verzerrten sich, gesichtslos die Gesichter
Liebe verachtet, Güte umgekippt

Nachtigallen ohne Zunge, Mütter herzlos
Bäume ohne Ast blätterlos sah ich
Freunde, Verwandte, leiden konnte ich nicht mehr
Alle als meine Feinde empfand ich

Der Himmel auf Erden zur Hölle werdend
Was Mitleid heißt, wusste ich nicht mehr
Ekelte mich vor allem, was ich sah
Auch hören wollte ich nichts mehr

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Karin Flörsheim - Meine Seele möchte wandern (Gedicht des Tages)

Meine Seele möchte wandern

Aus dem Radio
Violinenklänge
Schon am Morgen
Meine Seele
Möchte wandern

In der Zeitung
Zu den Klängen
Von Chopin
Eine Milliarde
Menschen hungern

Mein Traumblick
Wird Todesmaske
Schwarzrot
Unfassbar
Diese Zahl

Meine Seele
Möchte wandern
Doch wird gebunden
In das Elend
Dieser Welt

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Buch: 

Erich Pfefferlen - Sturz ins Loch (Gedicht des Tages)



 

Sturz ins Leben

Das muss der Frühling sein:
Es springt auf
Knospe um Knospe
die Blütenblätter stürzen
ins Leben

Ungeschützt vertrauen sie
dem neuen Himmel
jenem größten Tischlein-deck-dich
Tag für Tag aufs Neue
dass er zaubert
sein Dottergelb herbei
an dem sich alles
wirklich alles labt
was Leben heißt

Der Himmeltisch hat schon ein Loch
doch weitermachen wie bisher
das tun wir doch

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