Antworten auf den Beitrag von Alfred Büngen - Klima kein Thema mehr

Herzlichen Dank für viele Reaktionen auf den Beitrag https://geest-verlag.de/news/klima-kein-thema-mehr-alfred-b%C3%BCngen

Gerne werde ich hier einige Beitrage mit und ohne Namensnennungen abdrucken.

Lieber Alfred

Ganz herzlichen Dank für die Erinnerung an die Aufgabe und Bedeutung der Literatur und deinen wunderbaren Text. 
Ich stimme dir zu, es scheint fast, als sei das Thema Klima medial nicht mehr relevant - dabei hat sich doch gar nichts verändert! Oder jedenfalls nicht viel. Klar, es gibt vielleicht ein paar zusätzliche vegane Bäckereien und Angebote auf der Speisekarte. Auch das Abfüllen von Früchten in Plastiksäcke in den Supermärkten hat abgenommen und Menschen achten mehr darauf, nicht so viel Verpackung zu verbrauchen. Aber mir scheint, dass das Thema an sich und in seinem ganzen Ausmass derzeit schlummert und die Gesellschaft ihr Engagement bequem zur Seite gelegt hat. Deshalb danke ich dir für deinen Text. 
Meine Kinder haben sich von mir eine Hüttenwanderung gewünscht. Das ist jeweils sehr eindrücklich, weil wir die Natur auf ganz unterschiedlichen Höhenmetern und aus unterschiedlichen Perspektiven erleben. Und oben in der Hütte gibt es keine Plastikflaschen, keine Spielkonsolen oder ähnliches. Dafür aber Zeit und Raum, um miteinander zu sprechen, zuzuhören und  zu reflektieren. Deinen Text nehme ich als Gedankenanstoss gerne mit. 

Herzliche Grüsse, Annalisa Hartmann

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Lieber Alfred,

danke für den aufrüttelnden Text. Ja, es stimmt, Klima- und Naturschutz kümmert irgendwie keinen mehr, er nervt nur noch. Es ist wie zu Pestzeiten im Mittelalter, den Tod vor Augen, wird nochmal gefeier, bis der Arzt kommt. Wenn er denn einen Termin frei hat. Fliegen, Urlaub, Fleischkonsum, Kreuzfahrten, Autofetischismus, die Liste ist meterlang. Wir wissen Bescheit, aber es juckt uns nicht. Es wird rausgehauen, was geht und alles auf Kosten der Jungen, die wir mit dem Schlamassel alleine lassen. Wir haben dann noch fein gelegt. Es wird Tote geben. Die gibt es jetzt schon. Noch sind es die Schwachen, bald werden wir alle nicht mehr sicher sein, ob wir den nächsten Sommer überleben, ob wir noch genug Wasser haben, ob der ausgelaugte Boden noch etwas hergibt. Wir beuten andere Länder aus und wenn die Menschen dort sterben, fällt es uns leicht, wegzuschauen. Wo sollen die Menschen hin, deren Inseln untergehen oder deren Land sich in Wüste verwandelt? Das passiert schon im Süden Europas, aber es ist uns egal, Hauptsache, es betrifft uns nicht. Unsere Menschlichkeit verrottet und generell macht sich eine große Verbitterung breit, weil es den Anschein, das sich Politik an den Interessen der großen Konzerne und an der Machtfrage orientieren. Langsam kommen mir auch Zweifel, was es mit der übermäßigen Aufrüstung auf sich hat. Ich bin da lange mitgegangen, denn ich möchte in Frieden und Sicherheit leben, wer will das nicht, aber langsam kommen mir Zweifel. Es ist schon wieder die Rede davon, dass Deutschland stärkste Macht werden soll. Wir kürzen bei den Schwachem, den Kranken, den Alten, den Kindern und jungen Menschen, eigentlich bei allen, die nicht zur Elite gehören und das Meiste wird in die Rüstung gesteckt. Dabei werden unanständig hohe Vermögen verschont. Techgigangen dürfen sich aufführen, wie Diktatoren. Kritik wird mit dem Toschlagargument, das sei nur ein Neiddebatte, fortgewischt. Ich empfinde das als Hohn. Ich kann auch den Frust und die Verbitterung großer Teile der Bevölkerung verstehen, denn Gemeinwohl gehört nicht mehr zum Wortschatz der Politik. Damit spielt die Regierung den radikalen Parteien in die Hände. Die müssen nichts tun, nur abwarten, denn ein gedankenloses Kreuz ist schnell gemacht, um "denen da oben" mal zu zeigen. Bald wird uns die AFD zeigen, dass das ein Trugschluss war, aber dann wird es zu spät sein. Man könnte verzweifeln. Und doch sollten wir die Hoffnung nicht verlieren und uns zusammen tun. Wir haben keine andere Chance, als gegen den Trend zu leben. Lasst uns eine neue Graswurzelbewegung gründen. Und wenn wir trotzdem alle zusammen untergehen, weil die Erde die Nase von uns voll hat (sie braucht uns nämlich nicht), dann haben wir es wenigstens versucht.

Helga Bürster

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Lieber Alfred,

ich kann dir in allen Punkten nur zustimmen. Auch ich vermisse bei der derzeitigen Regierung eine klare Priorisierung der Themen, die die Klimakrise betreffen. Der Meeresspiegel steigt, die Hitze nimmt von Jahr zu Jahr zu, und inzwischen gibt es mehr Hitzetote als Verkehrstote.

Stattdessen stehen vor allem wirtschaftliche Interessen im Mittelpunkt politischen Handelns. Dabei haben wir nur diese eine Erde. Die natürlichen Ressourcen, die uns für ein Jahr zur Verfügung stehen, waren bereits im Mai aufgebraucht.

Wo sind die Menschen, die auf die Straße gehen und für unsere Zukunft kämpfen? Jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten, um die Natur zu schützen.

Ich persönlich werde keine Kreuzfahrt und keine Flugreise mehr buchen. Ich verzichte bewusst auf tierische Produkte – nicht nur aus ethischen Gründen, sondern auch, um Klima und Umwelt zu schonen. Für viele Wege nehme ich lieber das Fahrrad als das Auto. Das kommt nicht nur der Natur zugute, sondern stärkt zugleich meine Gesundheit.

Ich wünsche mir, dass der Klimaschutz in der Politik endlich wieder an erster Stelle steht. Ein dauerhaftes wirtschaftliches Wachstum ist eine Illusion – auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen kann es kein unbegrenztes Wachstum geben.

Danke, lieber Alfred, für deinen wertvollen und nachdenklich stimmenden Beitrag. Ich hoffe, dass ihn viele Leserinnen und Leser lesen, darüber nachdenken und die darin enthaltene Botschaft mitnehmen.

Besonders beeindruckt mich auch der Satz, der auch auf deiner Homepage steht:

„Unpolitisch sein heißt politisch sein, ohne es zu merken.“

Er bringt auf den Punkt, worum es geht: Schweigen und Wegsehen sind selbst politische Entscheidungen.

Ingrd Ihben

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Hallo Alfred,
 
was du ansprichst, ist ein wirkliches Problem. Gefühlt seit Corona hat sich in politischen und breiten Bevölkerungskreisen – nicht nur bei den Leugnern des Klimawandels – die Denkweise breitgemacht, wir könnten es uns nicht leisten, auf den Klimawandel und den Naturschutz Rücksicht zu nehmen. Das wirtschaftliche und militärische Rüsten soll dazu dienen, zu bewahren, was ist, oder noch verrückter, in eine erfundene glorreiche Vergangenheit zurückzukehren.
 
Gestern war unser Baumpfleger da. Er kümmert sich alle zwei Jahre um die gewaltige Buche, die in unserem Garten steht.
Sie hat damals als Jungpflanze im Jahr 1969 den Bau dieser Siedlung hier überlegt, weil sie noch so jung war und verschont wurde. Nun ist sie ein ungewöhnlich starker Baum geworden mit einem Stammdurchmesser von 1,5 Metern; sie streckt ihre Zweige über vier Gärten, und versorgt uns mit Sauerstoff und Schatten. Gestern wurde die Kronensicherung ausgetauscht und das größere Totholz entfernt (dass es niemand auf den Kopf fällt).
Sie leidet bereits unter der Trockenheit, aber noch steht sie gut da.
Der Baumpfleger, wenn er alle zwei Jahre kommt, ist für uns ein sehr wohltuender Gesprächspartner – kein radikaler, aber eben ein fundamentaler Naturschützer. Er wusste zu berichten, dass bei einer Studie unter Kindern und Jugendlichen unter den prominenten Zukunftsängsten auch "Angst vor den Grünen" genannt wurde. Es ist wohl gelungen, die Angst vor aufgeklärtem Gedankengut zu verbreiten. In Mecklenburg verbreitet man die Idee, die Windräder seien verantwortlich für die Trockenheit.
Was die aktuelle Klimapolitik angeht, sind wir alle genauso entsetzt wie du. Uns hat es nun tatsächlich auch getroffen. Denn wir wollten gerade die Förderung für den Einbau der Wärmepumpe beantragen, als die neuesten Änderungen beschlossen wurden und das Portal für die Anträge geschlossen. Es sieht aber so aus, als ob wir das Vorhaben auch mit den neuen Förderregeln stemmen können.
 
Was auf den ersten Blick vernünftig aussieht, dass nämlich die neuen Förderbedingungen eine Bevorzugung kleiner Einkommen vorsieht, wird aber gesamtökologisch vermutlich ein Rückschritt. Es werden einfach wieder mehr fossile Heizungen eingebaut werden.
"Dem Klima ist es egal, wieviel einer verdient", sagt dazu unser Baumpfleger.
 
Gruẞ in den Norden,
Philipp Lètranger
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wunderbarer Text. Genauso! Verstehe ich Moderne Naturlyrik: weg vom Ich und vom Lyrischen Ich
 
Siehe mein nächstes Buch
 
Umarmung 
S
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