In der Bindung - Anja Gumprecht, Detmar Müller und Else Ury

 

Anja Gumprecht

Die Heizung im Hühnerstall

Als Oma ein Mädchen war

Zeichnungen von Melanie Meister

Geest-Verlag 2014

3. Auflage, Januar 2015

ISBN 978-3-86685-481-9

ca. 70 S., 10 Euro

 

 

Waren unsere Vorfahren wirklich alle Piraten und Ritter?
Geschich­ten für Kinder sind eine Selbstverständlichkeit, aber wo findet man eigentlich ‚Geschichte‘ für Kinder? 

Im vorliegenden Kinderbuch erzählt Oma Christa ihrer Enkelin Lina von ihren ganz persönlichen Erinnerungen an die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs und viele wahre und kuriose Bege­benheiten aus ihrer Kindheit in der Nachkriegszeit. Dabei kommt auch die Oma von Linas Freundin zu Wort, die ihre Kind­heit, fern der heu­ti­gen Heimat, in Sibirien verbracht hat. Bildhaft werden kleine Sze­nen beschrieben, die auch für Kinder von heu­te nachvollziehbar,  gleichermaßen vorstell­bar und trotzdem ‚un­glaub­­lich‘ sind. So wird zum Beispiel berichtet, wie die Oma ihre Kindheit mit der eige­nen Großmutter im Wartezimmer eines Zahnarztes verbracht hat.

 

 

 

Müller, Detmar - Die Rosenfelds - Geschichte einer jüdischen Familie im Ersten Weltkrieg

Die Rosenfelds
Geschichte einer jüdischen Familie im Ersten Weltkrieg
Geest-Verlag 2014
ISBN 978-3-86685-483-3
549 S., 15 Euro

In dem  Roman erzählt Detmar Müller in ergreifender Weise die physische und psychische Zerstörung von Mitgliedern einer Familie im Ersten Weltkrieg. Schonungslos deckt er am Schicksal der einzelnen Familienmitglieder auf, wie sich das Leben der Menschen in diesen Jahren verändert, gleich ob im Schützengraben oder auch in der Heimat. Dieser Antikriegsroman, der einen Vergleich mit den bekannten Romanen dieses Genres nicht scheuen muss, zeichnet sich durch einige Besonderheiten aus. Zum einen ist die Titelfigur ein Familienvater, kein junger Mann mehr. Verheiratet ist er zudem mit einiger Frau aus Belgien. Damit ist der Konflikt vorprogrammiert.
Detmar Müller lebt mit seiner Familie im Landkreis Osnabrück. Nach dem Studium der Fächer Germanistik und Geschichte an der Carl-von-Ossietzky Universität in Oldenburg betrieb er alle möglichen Jobs, von der Drogenberatung über die Erwachsenenbildung bis hin zum Aufbau einer Schulbibliothek, bevor er mit seiner Frau in die Nähe von Osnabrück zog. Hier widmete er sich als emanzipierter Mann der Kindererziehung und Haushaltsführung. Als die Kinder selbständiger wurden und schließlich auszogen, fing er an zu schreiben. Sein erster Roman „Zonnebeke“ erschien 2007. Auch der neue Roman „Die Rosenfelds“ spielt wiederum im ersten Weltkrieg.

 

 Gewaltig ist zurzeit die Nachfrage nach dem neu aufgelegten Band 4 der Nesthäkchen-Reihe von Else Ury.  Das ausführliche Vorwort von Marianne Brenzel verdeutlicht dabei noch einmal die ganze Tragik des Lebens und Schreibens von Else Ury. Die Vorbereitungen für die zweite Auflage sind bereits getroffen.

Else Ury

Nesthäkchen und der Weltkrieg

Neuauflage mit

einem Vorwort von Marianne Brentzel

Geest-Verlag 2014

ISBN 978-3-86685-468-0                                             

228 S., 12,50 Euro

 

 

Else Urys ‚Nesthäkchen und der Weltkrieg. Eine Erzählung für Mädchen von 8-12 Jahren‘ erschien erstmals 1922 als Band 4 der äußerst populären und erfolgreichen Nesthäkchen-Serie in Meidinger‘s Jugendschriften Verlag in Berlin.
Else Ury schildert in dieser Reihe auf der Basis eines traditionellen Frauen- und Familienbildes das Leben der Anne­marie Braun von der Kindheit bis ins Alter. Im 10. Band darf sie sogar ihren ersten Urenkel willkommen heißen. Nach vielen Neuauflagen gibt es 1983 eine Verfilmung der ersten drei Bände des Nesthäkchens für das ZDF.
Im Gegensatz zu allen anderen neun  Bänden dieser Reihe erlebte der 4. Band nach 1945 keine Neuauflage in Westdeutschland mehr. Doch zu sehr ‚Hurrapatriotismus‘? Erlag Else Ury wie so viele ihrer SchriftstellerkollegInnen in den ersten Kriegsjahren dem  nationalistischen Denken? Immerhin landet das Buch 1945 auf der Zensurliste der alliierten Kontrollbehörden.
Es wird Zeit, 100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs der Frage der diesem Band zugrunde liegenden Werte genauer nachzugehen. Daher diese längst überfällige Neuauflage, der ein ausführliches Vorwort von Marianne Brentzel vorangestellt wird, die sich wie keine andere Forscherin mit Leben und Werk von Else Ury auseinandergesetzt hat und 1992 ihre Biografie unter dem Titel ‚Nesthäkchen kommt ins KZ‘ veröffentlichte (2007 in überar­beiteter und ergänzter Form neu aufgelegt unter dem Titel ‚Mir kann doch nichts geschehen‘) .

Else Ury wurde am 1. November 1877 in Berlin als drittes Kind einer wohlhabenden bildungsbürgerlichen jüdischen Familie ge­boren. Nach der zehnjährigen Schullaufbahn (es gab zu dieser Zeit in Berlin noch keine Gymnasien für Mädchen) wurde sie mit ihren ab 1905 veröffentlichten Büchern, insbesondere mit der Nest-häkchen-Reihe (bis 1933 wurden mehr als 1,5 Millionen Bücher der Reihe verkauft) zu einer der erfolgreichsten Autorinnen ihrer Zeit. Die Gefahr des Nationalsozialismus erkennt auch sie nicht, sieht Hitler sogar als Chance. 1935 wird sie als Jüdin aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen, später ihr Vermögen beschlagnahmt, ehe sie am 13. Januar 1943 im Konzen­trations­lager Auschwitz in der Gaskammer ermordet wird.