Echte Empörung und tiefe Betroffenheit

Hoch gingen die Emotionen beim gestrigen Schreiben im Seminarfach 'Brücken bauen - Eine Schulklasse im Nationalsozialismus in Vechta'. In einem ersten Schreibakt trafen sich die Jugendliche zur Planung eines Tanzabends, beim Besuch eines Thetaerstücks, beim Schwimmen und Einkaufen, bei der Vorbereitung eines Referats im Jahr 1933. Es waren vor allem die Kontakte miteinander, die sich entwickelten, obwohl das poltische Moment immer wieder durchklang. Doch dann im zweiten Teil des Schreibakts der Hammer. Ihr Mitschüler Heinz muss zum Rektor der Schule und wird mit sofortiger Wirkung wegen seiner jüdischen familiären Herkunft der Schule verwiesen.

Betroffenheit, Stille -  so wird es auch 1935 gewesen sein, als es passsierte. Was machen. Jeder schrieb seine Gedanken auf, seine Handlungsmöglichkeit. Eine Mitschülerin, von der es niemand erwartet hatte, platzte aus sich heraus. Wut und Abscheu vor solchem Tun. Andere waren weniger feinfühlig, wollten dem jüdischen Jungen auch noch die Stifte aus der stehengebliebenen Tasche klauen. "Die benötigt er ja doch nicht mehr!"

Und immer wieder intensive Gespräche, intensives Schreiben.

Ein tolles Projekt mit tollen TeilnehmerInnen.