Philipp Lètranger mit Lesebericht zum Gedichtband "Irgendwo werde ich sein" von Jürgen Klaubert

Ein Lesebericht zum Gedichtband "Irgendwo werde ich sein" von Jürgen Klaubert 
 
Der Gedichtband "Irgendwo werde ich sein" ist im Herbst 2025 im Geest-Verlag erschienen. Darin versammelt fand ich 100 Gedichte, die völlig außerhalb des Mainstreams der zeitgenössischen Lyrik liegen.
Jürgen Klaubert und der Geest-Verlag legen hier ein Buch vor, das eine klare, zugängliche Sprache spricht – darin Gedichte mit Herzblut und Botschaft, Texte, die sprechen und gesprochen werden wollen. 
 
Ich fand leise Gedichte, die nachdenklich einer alltäglichen Beobachtung folgen, wie das Gedicht "Regen", das von dem Erleben des Regens hinter der Fensterscheibe spricht, daneben Lieder mit Liebeserklärungen an geliebte Menschen, an liebende Beziehungen, an das Menschsein. "Auf meinem / Einhorn / Singe ich / Das Lied / Der Liebe / Zu dir", so klingt es in dem Gedicht "Himmelsreiter".
Alle diese Texte, das wird mir im Fortschritt der Lektüre immer klarer, wollen wirken und beeindrucken. Das merkt man besonders in den erzählenden Gedichten, zum Beispiel in dem achtseitigen Text "Ein zu früher Frühlingstag", der von traumatischen Lebenserfahrungen in der Kindheit berichtet. Ebenso die Gedichte: Es ist; Ich kann dich nicht anrufen; Eigentlich; Nachts – eine quälende Nacht; Besuch.
Dasselbe gilt für etliche Sprechtexte, die wie beschwörend das Stilmittel sich wiederholender Versanfänge (Anapher) nutzen, zum Beispiel in dem Gedicht "Was wenn", das von der Notwendigkeit spricht, "Ja" zur Beziehung zu sagen.
 
Jürgen Klaubert schreibt Gedichte in einer klaren, zugänglichen Sprache. Dabei verzichtet er auf Metaphern, Verfremdung, Surrealismus und andere Stilmittel, die in der zeitgenössischen Lyrik gerne genutzt werden. Trotzdem merkt man den Texten an, dass sie gesprochen werden wollen, und dass sie Wirkung entfalten wollen. 
 
Mir gefallen besonders die Gedichte, die sehr persönlich und authentisch wirken, und davon gibt es hier etliche.
 
Ich bin sicher, dieses Buch kann viele Menschen erreichen und berühren, auch solche, die noch nicht zu den Stammlesern zeitgenössischer Lyrik gehören. Kauft es und lest es. Lasst euch überraschen.