Rezension von Gerd Egelhof zu „Abschied vom Feuer“ von Norbert Sternmut

Rezension zu „Abschied vom Feuer“ von Norbert Sternmut,
erschienen im Geest Verlag -
-Gerd Egelhof, Autor, Waiblingen

Der Ludwigsburger Schriftsteller Norbert Sternmut stellt mit „Abschied vom Feuer“ einen weiteren Gedichtband aus seiner Feder vor. Zunächst ist das sehr gelungene Cover des Buches zu bewundern. Sternmut teilt die Gedichte in drei Kategorien auf. Glutnester, Rauchzeichen und Brandwunden.

Der Einstieg in den Zyklus „Glutnester“ gelingt ihm mühelos mit dem wunderbaren Liebesgedicht „Erste Liebe“. Darin enthalten ist das stimmige Bild „schwang sich der Mond durch das offene Fenster“. Mit „Halt“ folgt ein weiteres Liebesgedicht, mit den schönen, warmen Zeilen „weit gingen wir gemeinsam auf dem Weg“. „Zum Abschied“ handelt vom Ende einer Beziehung. Im lyrischen Text „Urschatten“ gibt es mit „Streift der leblose Schatten durch das tote Unterholz“ eine weitere gelungene Formulierung zu lesen. „Nähe und Ferne“ wartet mit „du, mit deinen Haaren, deinem Kussmund, kamst aus der Ferne, bist in der Nähe“ auf. 
Sternmuts Gedichte sind allgemein gespickt mit gelungenen, wunderbaren Formulierungen. Es ist auch festzuhalten, dass der ganze Gedichtband so gut wie keine schwachen Texte beinhaltet. Das ist eine Qualität, die man sehr selten bei Gedichtbänden findet.
Weiter geht´s mit dem Gedicht „Brandung“ und „sagst, es wird schon gut, kühlst meine offene Wunde“. Dann folgt, weiter im Zyklus „Glutnester“, das Gedicht „Endlich“, mit den wundervollen Zeilen „endlich bist du da, bist du es die scheint über alle Sonnen“. Weitere gute Gedichte sind „Der Strohhut“ und „Sonnenblende“, mit dem Vers „Die Hitze in den Sand geschrieben.“  

Es folgt die Kategorie „Rauchzeichen“. In „Zeitspanne“ erfährt man, was eine Zeptosekunde ist, nämlich ein Billionstel einer Milliardstel Sekunde. „Rauchzeichen 1 (1-7)“ ist ein langes, literarisch hochwertiges Gedicht. Mühelos beweist Sternmut darin, dass er auch lange Gedichte gut kann. Waren im ersten Teil des Gedichtbandes noch recht viele schöne, positive Gedichte drin, folgen jetzt mit „Im Krieg“, „Schweigeminute“, „Feldzug“, „Grabreihen“,…einige sehr ernste Gedichte. Damit erfüllt Norbert Sternmut genau das, was ich von einem Schriftsteller erwarte. Nämlich sowohl das Gute und Schöne, als auch das Böse und Schreckliche darzustellen und zu beschreiben. „Unter dem Helm (1-3)“ erinnert, auch in guter Qualität, an das Lied über einen Soldaten des Liedermachers Hannes Wader. „Artgenossen (1-3)“ rundet den sehr gelungenen Mittelteil des Buches ab. Darin heißt es „Wer unterwirft wen“, … Dieser Text zeigt, dass der Autor über eine große Lebenserfahrung verfügt.

Mit „Brandwunden“ folgt dann der dritte und letzte Teil von „Abschied vom Feuer“. Das Gedicht „Mein Vater“ lässt den Leser mit den Versen „Mein Vater war ein Fisch, schwamm früh davon, von Frau und Kindern“ nachdenklich zurück. In „Mein Bruder“ gefällt mir „Mein Bruder war ein Tischtennisspieler. Er bekam eine Urkunde als bester Spieler des Turniers. Sie hing lange an der Wand“, gut, was auf meine große Liebe zum Tischtennis zurückzuführen ist. 

Mit „Der letzte Akt (1-12)“ und „Anhang (1-6“) beweist Norbert Sternmut nochmals seine ganze Klasse. Solche sehr langen Gedichte muss man erst einmal in einer solch überzeugenden Qualität dem Leser anbieten können.

Abschließend betrachtet ist Norbert Sternmut mit „Abschied vom Feuer“ erneut ein großartiger Gedichtband gelungen. Ein wirklich großer literarischer Wurf. Das muss man neidlos anerkennen. Ich wünsche dem Buch viele Leser.
Es ist zu hoffen, dass Norbert Sternmut weiterhin Gedichtbände von dieser herausragenden Qualität gelingen.