Sonja Hauertmann begeistert bei Schullesung in der 'Glück-Auf-Grundschule in Hörhausen

Rein-Zeitung berichtet über Lesung mit Sonja Hauertman und 'Als das Nashorn Schnupfen hatte'

 

Ihre vier Söhne inspirierten sie zum Schreiben

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Horhausen/Güllesheim - Wenn Sonja Hauertmann in die Rolle des Nashorns schlüpft, dann wird es mucksmäuschenstill im Klassenraum. Rund 60 Kinder lauschen gespannt, wie Rhina bei einem Niesanfall plötzlich ihr Horn verliert. Mit verschiedenen Stimmen, viel Mimik und Bewegung lässt Hauertmann ihre eigene Kindergeschichte vor den Augen der Zweitklässler der Glück-Auf-Grundschule lebendig werden bis hin zum lautstarken „Hatschi", bei dem die kleinen Zuhörer mindestens bis Reihe drei in Erwartung mehrerer feuchter Ladungen Nashornschleim zurückweichen.

„Es macht mir einfach unheimlich viel Spaß", verrät die Autorin nach der Lesung. Das können auch die Kinder so unterschreiben, drängelten sie sich doch noch lange nach Ende der Geschichte um die Güllesheimer Autorin, löcherten sie mit Fragen über Nashörner und Erkältungskrankheiten. Hauertmann selbst ist erst spät zum Schreiben gekommen, „Als das Nashorn Schnupfen hatte" ist ihr erstes Kinderbuch. „Die Geschichte gibt es in unserer Familie schon lange. Ich habe vier Söhne, und sie wissen doch, wie Männer leiden, wenn sie krank sind", erzählt sie lachend – eben so krank und jämmerlich wie das Nashornmädchen Rhina. Hauertmanns Kinder sind nun aus dem Gröbsten raus, ihr jüngster Sohn ist 19 Jahre. Nun hat die 53-Jährige endlich Zeit, ihre kreative Ader auszuleben. Und so setzte sie sich vor zwei Jahren hin und schrieb die Geschichte auf. Ihre Freundin Ute Nuhn, eine Illustratorin aus Bonn, lieferte gleich noch die tollen Zeichnungen. „Ich habe dann die großen Verlage angeschrieben, aber da hieß es immer nur ,Das passt nicht in unser Verlagsprogramm'", erinnert sie sich. Erst durch einen Besuch auf der Leipziger Buchmesse wurde sie auf den in Vechta sitzenden kleinen Geest-Verlag aufmerksam. Dort fiel ihre Buchidee auf fruchtbaren Boden. Zum ersten Mal vorgestellt hat die Autorin ihr Werk beim diesjährigen Blumenmarkt in Horhausen, die Lesung vor der Schulklasse war ihre Premiere vor Zielpublikum. Hauertmann hat sich auf diesen Auftritt in der Schule besonders vorbereitet. Sie fuhr extra zum Kölner Zoo und informierte sich dort über Nashörner. Nun kann sie den Kindern nicht nur ein fantasievolles Märchen vorstellen, sondern auch noch deren Horizont über die Tierwelt erweitern. So wissen die Kinder nun, welches Futter Nashörner zu sich nehmen, wo sie leben, warum sie vom Aussterben bedroht sind und auch, wie deren Dung aussieht. Denn zum Anschauungsunterricht gehört für Hauertmann natürlich auch Anschauungsmaterial. Und so ist sie sich auch nicht zu fein dafür, einen alten Windeleimer zur Transportbox für Nashornsch... umzufunktionieren – sehr zur Freude der Kinder. Solche Schulbesuche möchte die Güllesheimerin nun öfter machen, zum einen, um ihr Buch zu promoten, zum anderen aber, weil sie schon immer gern unterrichtet und mit Kindern gearbeitet hat. Dabei kommt der gebürtigen Kölnerin auch ihr Studium der Theaterwissenschaften zugute, ebenso natürlich ihr vielfältiges elterliches Engagement in der Zeit, als ihre Söhne noch klein waren. Bereits in der Zeit, als sie mit ihrer Familie noch in Bonn lebte, war sie in verschiedene Elternprojekte eingebunden, als sie 1995 in den Westerwald zog, leitete sie etwa eine Unicef-AG an der IGS, und zwar so erfolgreich, dass die Schülergruppe zur Preisvergabe Jugendoscar der Unicef eingeladen wurde. Alles also gute Voraussetzungen, um nun an verschiedenen Schulen in der Region Workshops in Verbindung mit Lesungen anzubieten. Dabei ist „Als das Nashorn Schnupfen hatte" sicher nicht ihr letztes Buchprojekt. Auf dem Schreibtisch ihres Verlages ruht bereits ein fertiger Roman, diesmal für erwachsene Leser. Auch weitere Kindergeschichten hat sie im Kopf. Vor diesem Buch war von ihr bereits „Benno und Friedrich Wilhelm Raiffeisen" erschienen, ein kleines Heftchen, das Kindern den großen Genossenschaftsgründer näherbringen soll. Sie selbst tut das für Groß und Klein auch noch jeden ersten Sonntag im Flammersfelder Raiffeisenhaus, wo sie ehrenamtlich Führungen macht. Und wer Zeit hat und dort vorbeischaut, der kann Hauertmann vielleicht einmal lieb bitten, später noch in die Rolle des verschnupften Rhinos zu schlüpfen – mit einem lauten „Hatschi" wird sie dieser Bitte sicherlich gern nachkommen. Sonja Roos