Morgen zu Gast in der Gesamtschule Schinkel

Zu Gast wird Verlagsleiter Alfred Büngen morgen in der Gesamtschule Schinkel bei dem nachfolgenden Projekt sein:

Anders Denken...... Erwin S. geboren 1934(Arbeitstitel)

 

 

Das Projekt „Anders Denken.. „ will Zeitgeschichte dokumentieren und eine andere Form von Geschichtsunterricht in die Schulen tragen. Mit Erwin S. als Protagonisten, wird dieses Projekt eine interessante Zeitreise, die Ereignisse und Erlebnisse in der Zeit zwischen 1934 bis in die 70iger Jahre aufgreift, die in keinem Geschichtsbuch zu finden sind.

Die Interviews und Geschichten werden anschließend in einem Buch veröffentlicht. Das Projekt richtet sich an Haupt- und Realschüler. Es umfasst ca. 30 Unterrichtsstunden. Inhaltlich wird mit Zeitzeugenberichten und eigenen Texten gearbeitet.

 

Biografisches:

 

Erwin S. wurde 1934 in Dortmund geboren. Hitler war gerade ein Jahr an der  Macht und bereitete seine Kriegspläne, die uns in den zweiten Weltkrieg führten, vor. Erwins Vater war Kommunist. Seine Mutter politisch eher unbedarft. Sie ließ sich von seinem Vater, der 1938 im Gefängnis saß, scheiden und heirate einen  Nazisympathisanten. Erwin und sein Bruder kamen in die Obhut von Verwandten. Nach mehreren Umwegen fand er in Osnabrück bei Tante und Onkel ein neues zu Hause. Onkel und Tante waren leidenschaftliche Kommunisten, die sich, auch in der Zeit von 1933 - 45 unter den Nationalsozialisten, von ihren Idealen nicht abbringen ließen. Für Erwin war es das Selbst verständlichste von der Welt Kommunist zu sein. Trotz schwieriger Zeiten wuchs er mit diesem Weltbild in Osnabrück heran.

Nach dem Krieg begann er schon früh in der kommunistischen Jugendorganisation (FDJ) der KPD mitzuarbeiten. Die FDJ wurde bald nach Gründung der BRD, verboten, d.h. die Gruppe musste illegal weiterarbeiten. Ab da gab es nur noch  konspirative Treffen, öffentlich unverfängliche Veranstaltungen und Decknamen für alle Mitglieder. Als illegale Organisation wurde die FDJ vom Verfassungsschutzes (BND) kontrolliert, was zu weiteren Konflikten, wie Festnahmen, Verurteilung und Knastaufenthalt führte. 

Neben seiner politischen Arbeit war Erwin S. auch als Sportler aktiv und sehr erfolgreich.

 

Wie die kommunistische Arbeit in Osnabrück  vor allem in der Nachkriegszeit und dann in der jungen BRD unter der Adenauer Ära weiter ging , dazu kann Erwin S. eine Menge erzählen. Auch die 60er und 70iger Jahre in der BRD waren für Erwin S. spannend . Nach einem  einjährigen Aufenthalt in Moskau, wo er als Funktionär ausgebildet werden sollte, hatten sich die Bedingungen in der Partei für ihn in Osnabrück verändert, so dass er nach seiner Rückkehr aus Moskau freiwillig, die Partei, die nun DKP hieß, verließ. Erwin S. war und ist ein kritischer Kommunist, der trotz dieser Enttäuschung auch heute noch zu seinen Idealen steht. Seine politische Arbeit setze er anschließend in der Gewerkschaft bis heute fort.



[1]   Zum Schutz des Persönlichkeitsrechts wird der Name, in diesem Kontext, nicht vollständig genannt.