04.05.2025 - aktuelle Autorin - Lan Wan

Erste Periode

Ich erinnere mich
Jene Herbstnacht
Der Himmel war übersät mit
Funkelnden Sternen
Eine feuchte Brise wehte
Die heiße Nacht machte unruhig
Fern schlug der See an den Staudamm
Im Dunkel der Nacht
Nur hier und da auf der Fensterbank
Die Töpfe mit Orchideen

Ich erinnere mich
Dieses rote Nachthemd
Trug ich als junges Mädchen
Liegend auf einem fleckich-rot lackierten Bett
Unter dem gelben Schein der Bettlampe
Der Rauch des Moskito-Weihrauchs kriecht
Durch die Gazeschleier des Bettvorhangs
Der ganze Raum duftet
In der Luft schweben die Seelen toter Mücken
Während andere noch in Todeskampf surren
Ich werfe einen Blick auf das Moskitonetz
Zähle die Spuren getöteter Mücken
Höre mir die roten Lieder im Radio an
Mit dem Klang des Liedes
Winken meine Hände in der Luft
Im Rhythmus der Musik



Plötzlich zuckt
Im Unterleib
Ein unerklärlicher Schmerz
Überwältigend, verunsichernd
Als hätte eine Hand in meinen Leib gegriffen
Und dort in der Dunkelheit sich festgekrallt
Schau ich in den Nachttopf
Mit seinen emaillierten Lotosblumen
Sehe ich, mir unerklärlich
Ein Rinnsal Blut
Im Wasser langsam kringeln
Und schweigend sich auflösen
Diese Nacht
War der Abschied meiner Kindheit
Meine erste
Blühende Flut

 

 

  1. Wang Lan (chin. vereinfacht(link is external): 王兰, traditionell(link is external): 王蘭) ist eine chinesische Künstlerin und Modedesignerin aus der Provinz Guizhou(link is external), China(link is external) und ist dort aufgewachsen mit Wurzeln in der Miao(link is external)-Kultur, einer ethnischen Minderheit(link is external). Wie in China üblich, ist der Nachname Wang vorangestellt. In deutscher Schreibweise wäre der Name entsprechend Lan Wang.[1](link is external) Neben ihren künstlerischen Tätigkeiten, arbeitet sie auch als Modedesignerin.[2](link is external) Ihr Wissen im Bereich der Chinesische Stickerei(link is external) hat sie bereits mehrmals auf der Textile Art Berlin, im Rahmen von Workshops, vermittelt.[3](link is external)

    Biografie

    An der Kunsthochschule des Minoritäteninstituts der Provinz Guizhou und an der Kunstakademie Shanghai erhielt sie ihre Ausbildung in traditioneller, klassischer Tuschemalerei(link is external). Während sie in China lebte, wurden ihre Arbeiten in diversen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Sie veröffentlichte den Bildband „A Collection of Artistic Works by Wang Lan“ Shanghai Books Publishing House, 1993. Seit Ende der 90er Jahre lebt sie in Deutschland. Sie immatrikulierte sich an der Kunsthochschule Kassel, wo sie Textil-(link is external) und Modedesign(link is external) studierte und ihr Studium 2003 mit einem Diplom abschloss. Während ihres Studiums nahm sie in Kassel an der Ausstellung „Inside“ teil und beteiligte sich 2002 anlässlich der Documenta 11 an der von chinesischen Künstlern veranstalteten Performance(link is external) „A Red Star Crossing Europe“. Auch stellte sie aus in der Rathaus-Galerie Vellmar. Seit 2007 lebt sie als freie Künstlerin in Berlin(link is external). In den vergangenen Jahren nahm sie regelmäßig an Ausstellungen(link is external) teil, überwiegend in Berlin.[4](link is external)

    Seit 2016 ist Wang Mitglied des Berufsverbands Bildender Künstler Berlin (bbk) und der GEDOK Berlin[5](link is external), sowie Vize-Vorsitzende der Bambus Pforte Gesellschaft für Deutsch-Chinesischen Kulturaustausch Berlin.[6](link is external) 2017 - Gastprofessorin an der Kunsthochschule des Minoritäteninstituts der Provinz Guizhou und Gastprofessorin an der Tongren Universität der Provinz Guizhou.[7](link is external)

    Ausstellungen (Auswahl)

    • 1993 - Einzelausstellung in der Shanghaier Kunsthalle
    • 1999 - Gruppenausstellung „Inside“  Kassel
    • 2001 - Gruppenausstellung Rathausgalerie Vellmar
    • 2002 - (während Documenta 11) Beteiligung an der von chinesischen Künstlern veranstalteten Performance „A Red Star Crossing Europe“.  
    • 2009 - Einzelausstellung, Chinesisches Kulturzentrum, Berlin
    • 2010 - Einzelausstellung, Konfuzius-Institut an der Freien Universität „ Die Poesie des Miao – Volks“ Berlin[8](link is external)
    • 2012 - Gruppenausstellung, Global Art Space, Berlin
    • 2013 - Gruppenausstellung „Inner Circle“, Galerie Wedding Berlin[9](link is external), Einzelausstellung „Von Drachen und Lotusblüten,“ Grabau-Stiftung in Schloss Moritzburg – Fasanenschlösschen[10](link is external)
    • 2016 - Gruppenausstellung, Kurpfälzisches Museum, Heidelberg[11](link is external), Einzelausstellung, Willi-Sitte-Galerie, Merseburg[12](link is external)[13](link is external)
    • 2017 - Gruppenausstellung, Nordwestdeutsches Museum, Delmenhorst[14](link is external)
    • 2018 - Einzelausstellung, Kulturhaus – kommunale Galerie Karlshorst, Gruppenausstellung, Textilmuseum, Neumünster
    • 2021 - Gruppenausstellung "New Normal" in der Kommunale Galerie Berlin[15](link is external)
    • 2022 - Ausstellung bei der 16. Langen Nacht der Bilder[16](link is external)