Allgemeine News

Madlen Kunz - Mit jedem Mal

Mit jedem Mal

Mit dem die Worte meinen Mund verlassen 
Reiße ich ein klebriges Pflaster von meiner 
Seele
Fragmente von ihr 
Bleiben daran kleben
So lange hatten sie schon Zeit 
Sich ineinander zu verweben
Doch geheilt hat es nie
Nur kaschiert 
Die Wunde 
Und ihr Blut
Welches sich richtete nach innen 
Da es draußen kein Gehör fand 
Doch mit jedem Mal
Mit dem die Realität meinen Mund verlässt 
Schmecke ich das Eisen
Und lasse es bluten 
Bis es heilt
Mit jedem Mal
Ein bisschen mehr

Sheila Hollensteiner - Einsamkeit

Sheila Hollensteiner
Einsamkeit

Ich bin 
(wie dieser Baum)
allein,
traurig in diesem
leeren Raum.
Um mich herum
ist nur die 
endlose Weite.
Keiner, wirklich
Keiner, ist an 
meiner Seite.
Licht brennt
in der Ferne.
Ist es Glück?
Wo ist das Ende?
Was tue ich?
Mein Leben
verschwenden?
Jeder Tag
ist gleich –
hart und weich.
Ich steh hier nur, – 
manchmal moll,
manchmal dur.

Aber trotzdem
bin ich allein
(wie dieser Baum),

Anna Hackstedt - Benjamin Blümchen

Anna Hackstedt
Benjamin Blümchen

alte Kassetten von Mama, im Zimmer basteln. 
fühle mich, als wäre ich wieder fünf. 
ich reise dann mal in die Vergangenheit, sage ich. 
sie nennt es: das innere Kind versorgen.
ich brauche das, diese Wärme und die Erinnerungen. 
brauche sie, um nicht zu vergessen, wer ich mal war. 
Erinnerungen verblassen, aber Gefühle bleiben
und dieses Gefühl, 
wenn ich im Zimmer sitze, 
alte Kassetten von Mama höre und bastle, 
mich wieder fühle, als wäre ich fünf, 
dieses Gefühl, 

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