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Gottfried Meinhold - Anachronismen

Anachronismen

Unser unzeitgemäßes Als-Ob-Leben: Essen, als ob niemand sonst hungerte. Atmen, als ob die Luft dazu taugte, tief eingeatmet zu werden. Trinken, als ob unser Wasser etwas für den Durst wäre. Sich sonnen, als ob die Strahlen gut täten. Lachen, als ob es niemandem verginge. Sich freuen, als ob Trauer etwas Unpassendes wäre. Reden, als ob alles nicht so schlimm würde. Träumen, als ob die Welt noch heilbar wäre. Schlafen, als ob uns im Schlaf nichts widerfahren könnte. So tun, als ob alles immer so weitergeht.

 

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