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Philipp Létranger - herbstzeitlose

herbstzeitlose


unter den bäumen
hatten die träume ihr licht verscharrt
in einem haufen bitterer worte
die nächte waren still geworden
und die schatten tief

ich erinnerte mich
an die langen gespräche
ihr heiteres plätschern
den glanz
der in den blättern hing

die blumen blühten
blühten noch

an diesen blick
der abschied nahm
und ging

 

 

Sigune Schnabel - Versprich mir aufzuwachen

Versprich mir aufzuwachen

 

Du schläfst so weich

auf der Gewohnheit, die schon Federn lässt.

Ich gehe hin und her,

um einen Satz zu finden

für die Zeit, die uns entgleitet.

Über die Rückseite leitet der Mond

Kälte ab.

Ich wusste nicht,

dass seine Sichel

jede Nacht mein Wortfeld mäht.

Zu später Stunde späht

der Himmel weit ins Jahr.

Nach deinem Tod wächst Enzian

über meine Briefe.

 

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