Bilder und Texte von der Buchpremiere von Laura Sheila Jünemann 'Im Mondkleid Tränen sonnen'
Spuren
Weiß genau, wie dein Schatten aussieht –
geflickte Musik in kariertem Blau und Katzengrün,
heimlich in den Boden gewitzeltes Reifenquietschen,
Weihnachtsaugenworte -
nur, wie du aussiehst, weiß ich nicht.
Rastlos
Ich bleibe immer überall
und gehe doch stets fort,
die Zeit vermisst mich nicht.
Ich denke mich zurück
und taste mich durch Unfühlbarkeiten,
während es schreit
und singt ganz hell.
Bis es weiß wird
in meinen Augen.
Will ich es schlagen spüren?
Wo ist dein Herz, wenn nicht im Schlamm, den du angerührt hast?
Ein Drittel Erde, ein Schmerzchen Unlust, zwei Portionen Spiegelflucht und Handstand-Tränen, die deinen Kopf nicht mehr verlassen.
Hast sehr lange gebraucht, die richtige Mischung zu finden.
Im Winter unbegehbar glatt für mich, im Sommer undurchdringlich trüb.
Irgendwo dort unten liegt es, und jedes Mal, wenn ich es berühren will, muss ich meine Hände schmutzig machen. Obwohl du es bist, der all dies geschaffen hat.
Rampenlicht
In der Träne,
die dein Gesicht verzieht
und dich reinwäscht
von all der Kunstbeleuchtung,
in dieser Träne
sehe ich das Einzige,
was dich
wirklich
ausmacht.
Unten warten die Blumen
Wieder wird die Zeit geboren
und sie sieht so traurig aus
Ein Kind, das nicht weint
wird so lange gelobt
bis es vom Balkon springt
Die Augen sind das Einzige
das nicht vergeht
und bis über den atmenden Horizont
alles ertragen haben wird