Kreiszeitung Wesermarsch berichtet von der Buchpremiere 'Das ist unser Haus'
Kreiszeitung Wesermarsch vom 31.7.2014
Brake
Jugendhaus Point im ehemaligen Aldi-Markt
Von Wolfgang Böner
Die Jugendlichen stellten ihr Buch „Das ist unser Haus" vor. Böner
Brake. Es war eine besondere Autorenlesung, die im Forum der Pestalozzischule stattfand. Statt eines Schriftstellers stand eine Gruppe von jungen Autorinnen und Autoren im Mittelpunkt: Schüler der 8. Klassen des Braker Gymnasiums und der 9. Klassen der Braker Pestalozzischule. Sie hatten in einem gemeinsamen Projekt den Jugendroman „Das ist unser Haus" geschrieben.
Norbert Harms, Rektor der Pestalozzischule, begrüßte Lehrer, Schüler, Eltern und Ehrengäste und verriet, dass das Buchprojekt alleine schon ungewöhnlich sei, weil das Schreiben eigentlich nicht zu den Leidenschaften von Schülern zähle. Die Einzigartigkeit dieses Projektes läge aber in der Verbindung von Jugendlichen zweier Schulformen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. In nur 18 Stunden hatten insgesamt 50 Jungen und Mädchen beider Schulen das Buch verfasst.
Landrat Thomas Brückmann wünschte den jungen Autoren, dass sie die Leidenschaft für das Schreiben beibehalten. Christian Müller, Oberstufenkoordinator am Gymnasium Brake, dankte den beteiligten Jugendlichen für ihr Engagement und hob hervor, dass die „Qualität von Schulen von den Schülern selber bestimmt wird". Er lobte das Buchprojekt als „hervorragendes Beispiel für Inklusion".
Dies unterstrich auch der Mitinitiator Reinhard Rackow vom Verein Kultur vor Ort Berne. Nach seiner Ansicht sei es an der Zeit, Förderschulen abzuschaffen und Kindern und Jugendlichen vor vorneherein gleiche Chancen zu bieten.
Dialoge vorgelesen
Mit dem Lied „Si può fare" (zu deutsch: man kann es tun) von Angelo Branduardi begann die eigentliche Lesung. Dabei lasen die Jungen und Mädchen einzelne Textzeilen und Dialoge der Romanfiguren vor. Besondere Anerkennung verdienten sich jene Akteure, die trotz Leseschwäche den Mut aufbrachten, sich vor einem großen Publikum zu präsentieren. Die Moderation der Lesung übernahm Alfred Büngen vom Geest-Verlag aus Vechta, der den Vertrieb des Buches übernimmt.
Der Roman „Das ist unser Haus" schildert die Lebenssituation von zwölf fiktiven Teenagern aus Brake, die in unterschiedlichen sozialen Schichten aufwachsen. Da gibt es beispielsweise den fußballverrückten Olaf, die schüchterne Diabetikerin Nicole, die unsterblich in Olaf verliebt ist, den jungen Roman, der bei Pflegeeltern aufwächst und sich seiner alkoholkranken Eltern schämt, und die Außenseiterin Jana, die magersüchtig ist und Drogen konsumiert.
Schüler tun sich zusammen
Alle verbindet ein gemeinsamer Traum: Brake soll ein Jugendhaus bekommen. In Büchern geht vieles leichter als im wahren Leben; so auch in der Geschichte. Die Schüler aller Braker Schulen tun sich zusammen, sammeln Unterschriften, überzeugen den Bürgermeister und die Fraktionsvorsitzenden und werben Spendengelder ein. Schon nach kurzer Zeit ist das „Point" im ehemaligen Aldi-Markt an der Breiten Straße eingerichtet und wird eröffnet. Umrahmt wird dieser Handlungsstrang immer wieder von den Schilderungen der Lebensumstände der Romanfiguren.
Im Buch „Das ist unser Haus" gibt es eine Tanzgruppe, die bei der Eröffnung des Hauses auftritt. Diese Tanzgruppe gibt es tatsächlich und zum Schluss der Lesung gaben die jungen Mädchen zu moderner Popmusik eine Kostprobe ihres Könnens.
Der Erlös des Buches wird den Fördervereinen beider Schulen zugute kommen, und man darf gespannt sein, was sich aus dem Projekt noch entwickeln wird. Wie Verleger Büngen verriet, sei für den Herbst 2014 eine Theateraufführung geplant, deren Handlung sich an der Geschichte des Jugendhauses POINT orientiere.
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