Berne Viele spannende Texte, eine lange Reihe von Fachvorträgen und eine Schreibwerkstatt: „Kulturinteressierte aus nah und fern sind gut beraten, im Herbst ihre Zelte gleich in Berne aufzuschlagen – das erspart etliche Einzelanreisen“, schlägt Organisator Reinhard Rakow vor.
Die von der Gemeinde Berne veranstalteten 5. Berner Bücherwochen machen in der Zeit vom 2. Oktober bis zum 20. Dezember den Ort erneut zum „Epizentrum der Lust am Lesen, Hören und Denken“.
Los gehts am 2. Oktober mit der offiziellen Eröffnungsveranstaltung, auf der das Buch „untertan – texte zur zeit“ vorgestellt werden wird, die zentrale Anthologie der Bücherwochen, bestückt mit Texten von Autoren aus der ganzen Welt.
Zahlreiche Veranstaltungen der Bücherwochen finden diesmal auch in der Kulturmühle Berne statt: Im Rahmen der „Plattsnack“-Wochen stellt Helga Bürster dort am 15. Oktober ihr Hörspiel „I kenn di nicht“ mit Uwe Friedrichsen in der Hauptrolle vor; es behandelt das Thema Demenz als „Familientyrann“. Der Erfolgsautor Klaus Modick liest am 24. Oktober aus seinem Bestseller-Roman „Konzert ohne Dichter“ über Vogeler, Rilke, Liebe und Liebesverrat. Den Start zu einer interessanten Vortragsreihe macht „Lebensborn“-Expertin Dorothee Schmitz-Köster aus Berlin. Sie berichtet am 8. Oktober über das Bremer Haus Hohehorst.
Die im letzten Jahr mit dem Literaturpreis Nordrhein-Westfalen ausgezeichnete Marianne Brentzel aus Dortmund spricht am 17. Oktober über Bertha Pappenheim. Gerhard Trabert, Professor, Arzt und Sozialwissenschaftler aus Mainz, befasst sich am 30. Oktober während seines Vortrags mit dem Zusammenhang von Medizin und Ökonomie („Wer arm ist, stirbt früher“). Ulrike Hermann, die Wirtschaftskorrespondentin der Berliner „taz“, referiert am 7. November über den „Siegeszug des Kapitals“. Karsten Krogmann, Leiter der Reportage-Redaktion der NWZ , stellt am 14. November den Fall Willi Herold vor: „Der „Mörder mit der Ordensbrust“. Er hatte Ende April 1945 bei Leer in der gefundenen Uniform eines Hauptmanns Gefolgsleute angeheuert, mit denen er über 100 Menschen umbrachte. Die Feature-Autorin und Schriftstellerin Monika Walter aus Düsseldorf liest und referiert am 21. November zum Thema „Der Mut der kleinen Leute.“ Ingo Harms, Leiter der Forschungsstelle Regionale Medizingeschichte an der Universität Oldenburg, stellt am 6. November in der Pestalozzischule Brake erstmals neue Forschungsergebnisse über den Umgang der Nazis mit geistig behinderten Kindern vor. Am 2. Dezember informiert er außerdem am Ort des ehemaligen Berner Krankenhauses, dem jetzigen Seniorenheim Kückens, über das Thema „Wehnen als Zentrum der Krenkenmorde“.
Die Lesungen aus den im Geest-Verlag erschienenen Exemplaren zu den Bücherwochen finden im Rahmen der „Hallo Nachbar“-Reihe statt, wie gewohnt an nicht ganz alltäglichen Lese-Orten wie Wohnzimmer, Diele oder Praxis.
„Hallo Nachbar! – Nimm Platz, hör zu!“ heißt es zum Beispiel in der Elsflether „Klecksklause“ am 11. Oktober, im Museum Nordenham am 29. November und in der Berner Physiopraxis von Dörte Wennekamp in Berne am 4. Dezember.
Wer bei „Hallo Nachbar“ noch Räume zur Verfügung stellen oder auch als Vorleser mitmachen möchte, kann sich bei Reinhard Rakow unter Telefon 04406/920046 oder berne-bringt@t-online.de melden. Bei ihm kann man auch für alle anderen Veranstaltungen der Bücherwochen Karten buchen.