Irgendwo ein Haus, ein Fenster und dahinter ein Vorhang, zitternd, halb herabgerissen, ein Schatten auf der gegenüberliegenden Wand, und tote, hartnäckige Stille.
Der Schatten aber wie der Vorhang schwankt, vom Wind in nebliger Dämmerung bewegt, und wartet in der Stille bis zum Morgen meines ungeschriebenen Briefes.
Fällt ein Stein ins Wasser, zieht er Kreise. Immer neue Wellen. Hier wird mir bewusst, dass diese Wellen Kreise sind. Die Ideen, die Ideologie, jeder Gedanke – ein Stein. In Wellen ausbreitend, wiederkehrend. Immer mit dem Willen, es besser zu machen. Bei einem Kreis. Es wiederholt sich – alles. Die steinernen Würfel sind gefallen. Nichts wird sich ändern, ändern kann sich das Wasser nur durch einen neuen Stein, der neue Kreise und Wellen zieht. Die Wellen, Kreise treffen sich, die kleinere Welle verschwindet. Doch die Idee bleibt.
Anke Stroman, geboren 1951 in Oldenburg in Oldenburg. Erste Ausbildung zur landwirtschaftlich-technischen Laborantin und mehrjährige Berufsausübung. Über den zweiten Bildungsweg ein Hochschulstudium. Ab 1981 als Lehrerin am Gymnasium tätig.