Deine von Papilloten gedrehten Löckchen verdecken die Ohren auf unserem Zwanzigmarkschein längst vergangen wie die Mode des Lockendrehens oder? würde mit der Mark auch das Biedermeier wiederkommen
Im Turm hörst du den Sturm hörst wie er den First umbraust hörst die Freiheit die Männern gegeben nicht aber Frauen hörst die Stare sich streiten hinter dem Gemäuer
Siehst den Geliebten schreiten rauchig schmeckt sein Kuß
Im Schrank neben den Lehrmaterialien stand eine Schachtel voller Kärtchen. Darauf waren Probleme der Welt notiert. Gesellschaftliches und politisches, versammelt in einem blauen Pappkarton. Es waren auch persönliche Begriffe darin. Geheimer Stoff, von dem sonst keiner wusste. Ein Wort alleine für sich verriet nichts. Doch am nächsten Tag stand in der Schule Freie Rede auf dem Programm. Vielleicht wären einige Kärtchen dafür geeignet. Dann brauchten auch keine neuen geschrieben zu werden.
Stell Dir vor, Du lebst in einem Land, in dem Krieg herrscht. Du hast jeden Tag Angst, Dein Leben zu verlieren. Dann ergibt sich die Möglichkeit, in einem anderen Land, ein neues Leben anzufangen. Was tust Du?
Der Preis der Autor:innen des 24. „Irseer Pegasus“ geht im Jahr 2022 an Andreas Andrej Peters für eine Auswahl an Gedichten aus „Liebe & Hunger – ein Leningrader Poem“. Seit seiner Reise nach St. Petersburg in den 90ern beschäftigen den Autor die Einzelschicksale der Menschen während der Leningrader Blockade im zweiten Weltkrieg. Andreas erzählte uns, dass in jener Zeit Gedichte geschrieben und aufgenommen worden sind wie Nahrung, an der es fehlte.