Presse berichtet über Buch und Buchpremiere von Herbert Allerheiligen - Jüdisches Leben in der Gemeinde Berne

<br />
Heribert Allerheiligen legt Buch &uuml;ber j&uuml;disches Leben in der Gemeinde Berne vor.<br />
Geest-Verlag<br />

Heribert Allerheiligen legt Buch über jüdisches Leben in der Gemeinde Berne vor.

Geest-Verlag

 

Berne - Ein Edikt des römischen Kaisers Konstantin aus dem Jahr 321 erwähnt erstmals eine Kölner jüdische Gemeinde. Diese 1700 Jahre alte Bekanntmachung gilt als ältester Beleg jüdischen Lebens in Europa nördlich der Alpen. Belege für jüdisches Leben an der Unterweser gibt es seit dem 18. Jahrhundert. Mit seinem Buch „Die Entwicklung der jüdischen Gemeinde in Berne 1771 bis 2021“ folgt nun Herbert Allerheiligen den Spuren jüdischen Lebens in Berne. Dem Autor ist eine vielfältige Darstellung der in Berne ansässigen jüdischen Familien gelungen. Er zeigt auf, wie diese ihr Leben zwischen Integration und Verfolgung geführt haben. Das Buch wird am Mittwoch, 26. April, um 19.30 Uhr im Ratssaal der Gemeinde Berne vorgestellt.

 

Jahre des Terrors

Herbert Allerheiligen stellt die Geschichte des jüdischen Lebens in der Gemeinde Berne von 1771 bis in die heutigen Jahre aus vorliegenden Quellen und eigenen Nachforschungen dar. Die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 durch den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg und der daraus resultierende nationalsozialistische Terror führten auch in Berne zur Vernichtung allen jüdischen Lebens. Die ansässigen jüdischen Familien wurden erbarmungslos verfolgt.

 

Nicht zu vergessen ist, dass der Nationalsozialismus kein Phänomen von außen war. Es waren Nachbarn und Gemeindemitglieder, die jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger diskriminiert und entrechtet haben. Damit wurde, wie Björn Thümler in seinem Geleitwort anmerkt, nicht nur „unschuldigen Menschen unvorstellbares Leid zugefügt“, auch „unserer Heimat wurde ein Teil ihrer Identität sowie ihrer Kultur geraubt“.

 

Erinnerungsarbeit geleistet

Es ist ein großes Verdienst von Herbert Allerheiligen, auch die Erinnerungsarbeit der Nachkriegsjahre in diesem Buch dokumentiert zu haben. Mit der pädagogischen Arbeit, der Pflege des jüdischen Friedhofs und der Stele mit der Erinnerung an die jüdischen Bewohner der Gemeinde wurden bereits wichtige Ansätze geschaffen. Das Buch soll damit auch Hilfe und Anreiz für die weitere Erinnerungsarbeit sein.

 

Herbert Allerheiligen war nach dem Lehramtsstudium 19 Jahre in seiner Heimatgemeinde Berne als Lehrer und danach 22 Jahre als Schulleiter in Oldenburg tätig. Sein Buch ist im Geest-Verlag erschienen und kostet 18 Euro. Das 158 Seiten umfassende Buch mit zahlreichen Abbildungen wurde von der Oldenburgischen Landschaft gefördert.