Weserkurier schreibt über das gemeinsame Buchprojekt von Comenius Grundschule Berne, Grundschule Ganspe, Kultur vor Ort und Geest-Verlag über Nachkriegskinder

Ganspe

Romanprojekt: Drittklässler auf den Spuren der Nachkriegskinder

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17.03.2015 0 Kommentare
Gansper Grundschüler schrieben für Berner Bücherwochen: Annalina (links) und Vanessa erkunden einen Kinderschuh aus den
Annalina (li.) und Vanessa betrachten einen Kinderschuh aus den 1950er-Jahren.

Im Rahmen der von Oktober bis Dezember 2015 stattfindenden Berner Bücherwochen schreiben die Gansper Grundschüler wieder ein Buch. Erstmals gemeinsam mit ihren Altersgenossen der Comeniusschule in Berne. Da sich eine direkte Zusammenarbeit zeitlich nur äußerst schwierig organisieren ließe, hat sich Verleger Alfred Büngen ein Hilfsmittel einfallen lassen. Er lässt jede Grundschule Geschichten schreiben, die am Ende miteinander konkurrieren.

Thema sind das Leben und die Abenteuer des fiktiven Berner Bauernjungen Fiet, der in den 1950er-Jahren am Deich aufwächst. Weil seine Eltern kein eigenes Land besitzen, ist er ein sogenanntes Heuerkind. Für die Drittklässler gilt es nun, sich in Fiets Lage hineinzudenken.

Wie war das Leben in den Nachkriegsjahren? Und welchen Schabernack haben die Kinder damals getrieben? Die 76-jährige Margret Lohmüller und der ein Jahr jüngere Helmut Knutzen halfen den Schülerinnen und Schülern. Beide haben fast ihr ganzen Leben lang in einem der Berner Ortsteile verbracht und konnten die hiesigen Lebensverhältnisse jener Zeit somit getreu wiedergeben.

Hausaufgaben hatte es zum Entsetzen der Schüler in den 1950er-Jahren täglich aufgegeben. Selbst am Sonnabend für den darauffolgenden Montag. Als Spielplatz gab es nur den Pausenhof, erinnerte sich Margret Lohmüller. „Bei uns auf dem Land konnte man sonst überall ums Haus herum spielen. Aber man durfte natürlich nicht auf die Blumenbeete treten.“ Dafür hätte es ansonsten vermutlich, ebenso wie bei vergessenen Hausaufgaben oder ungezogenem Verhalten in der Schule, Schläge gegeben.

Die beiden Senioren waren gut vorbereitet in die Schule gekommen. Helmut Knutzen ließ drei Kinderholzschuhe die Runde machen. Bei einem war die Sohle mit einer Gummiplatte versehen. „Damit die Schuhe nicht so viel Krach machen“, erklärte Knutzen den Zusatz. Margret Lohmüller hatte den Kindern zudem ein Buch mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus den 1950er-Jahren mitgebracht.

Nach der Fragerunde griffen die Drittklässler zum Füller. Ihre Aufgabe lautete, sich einen Streich auszudenken, den der fiktive Heuerjunge Fiet und seine Klassenkameraden ihren Lehrern gespielt haben könnten. Und auch eine Hausaufgabe gab Verleger Alfred Büngen den Jungen und Mädchen mit auf den Weg. Zum nächsten Treffen sollen sie einige Spiele kennen, die die Kinder in den Nachkriegsjahren gespielt haben.

Bereits zwei Stunden zuvor hatte Büngen dasselbe Programm mit Schülern der Berner Comeniusschule erarbeitet. Am Ende werden seine Verlagsmitarbeiter die Ideen der Grundschüler zu einem Roman zusammenweben. Im Rahmen der Berner Bücherwochen soll das Buch dann präsentiert werden.