Vanessa Meier - Auf dem Boden der Tatsachen (Kinder und Jugendliche melden sich zu Wort)

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Auf dem Boden der Tatsachen

Die Menschen assoziieren mit dem Begriff Traum stets etwas Positives. Auch mein Horizont war so begrenzt. Auch ich war so naiv bis zu dem Tag, an dem du in mein Leben getreten bist.
Mein Traum warst du, immer nur du. Bis zu dem Tag, an dem du meinen Traum zerplatzen ließest wie eine Seifenblase. Ich begann zu beten, zu hoffen, dass du irgendwann zu mir zurückkehrst. Doch du kehrtest nie zurück. Was mir blieb, war dein bitterer Beigeschmack und ein Scherbenhaufen, der einst mein Herz gewesen ist.

Buch: 

Manfred Klinkebiel - andere nicht (Gedicht des Tages)

Andere nicht

Wir
wohnen in einem schönen Haus.
Andere
nicht. Warum gerade
wir?
Viele Menschen
haben keine Wohnung und
nichts
zu essen.
In fernen Ländern verhungern
Kinder. Hier nicht.
Wir
haben genug.
Andere
nicht. Zum Beispiel
der Bettler,
der nicht aussah
wie die anderen.
Ich habe ihm etwas
gegeben, die
anderen
nicht.

Und der
tote Igel
auf der Straße
– ist es denn erlaubt, Tiere zu
überfahren? Das kann ich
nicht glauben.

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Buch: 

25. Februar 2016 - aktuelle Autorin - Ursula Fricke

Ursula Fricke
Autorin, Malerin, Pädagogin, wurde 1926 in Gera geboren. Nach dem Krieg wurde sie Malerin und Schauspielerin in Weimar. Später arbeite­te sie viele Jahre im pädagogischen Bereich, ehe sie in die Bundesrepublik übersiedelte.
Sie widmete sich in den Folgejahren als Ehefrau, Mutter und Großmutter vor allem der Familie. Für sie entstanden in den vielen Jahren zahllose Bilder und Geschichten, die sie erst in späteren Jahren veröffentlichte.

Lisa F. Oesterheld - Durch die Herzhaut (Hörprobe)

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Lisa F. Oesterheld
Durch die Herzhaut


Verdichtete Gotteserfahrungen
Grafiken von Karin Flörsheim
Geest-Verlag, Vechta-Langförden, 2006.
ISBN 3-937844-043-3, 10 Euro

Durch die Herzhaut
Zuweilen fällt
des nachts ein Stern
auf meine Seele.
Dann wach' ich auf,
von Tränen blind.
Doch durch die Herzhaut
strahlt sein Licht
bis in den Morgen.

Ein Feuerwerk des Lebens

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Thi Quynh Anh Nguyen - Der kahle Karl (Gesprochen von der Autorin)

Einst lebte ein armer kahler Karl.
Kahl, weil er keine Haare hatte.
Arm, weil er noch jung war.
Der arme kahle Karl konnte nichts dafür.
Er war kahl. Der Arme.
Der kahle Karl war ein ganz komischer Junge.
Er spielte weder mit den anderen Kindern
Noch mit den anderen kahlen Karls,
Den alten kahlen Karls.
Karl war komisch.
Karl war kahl.
Karl blieb immer zu Hause.
Auch da spielte er nicht.

Ich wollte nie mit Karl spielen.
Karl war komisch.
Karl war krank.
Der arme, kranke Karl.

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