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Jessica Heister - Utopie

Jessica Heister

Utopie

Täglich frage ich mich, in was für einer Welt wir leben. 
Was kann ich tun und was muss ich geben, 
um Menschen zu helfen, die Erde zu trösten, um Pflaster zu kleben? 
Wir alle kleben Pflaster, Tag für Tag, 
und auch wenn das gut ist und ich irgendetwas tun mag,
reicht das nicht, lange nicht. 

Die Wunden sind tief. Sie bluten – reißen immer weiter auf. 
Wir streuen Salz hinein, ohne einen Blick darauf. 
Mit verschlossenen Augen laufen wir durch die Welt
und Geld ist alles, was zählt. 

Cristoph Katz - Leise bricht die Nacht herein

Leise bricht die Nacht herein

 

 

Leise bricht die Nacht herein.

Der Tag vergeht, es naht Vergessen.

Alles Ungemach wird klein.

Es scheint, wir waren zu vermessen.

All das Glück, das uns verloren schien,

das finden wir jetzt in des Dunkels Falten.

Wir schlummern wie in Kinderzeiten hin

und hoffen, irgendjemand wird uns halten.

 

Unbemerkbar spielt der Wind

in Spinnennetzen sachte Harfe.

Wir, die tief in Träumen sind,

wir harr’n der Zukunft noch als Larve

Julia Meisinger - Götterliebling

 

 

Götterliebling

 

Aus freiem Fall in Träumen ertrunken.

Selbst Aphrodite hätte ihn geliebt.

Wäre er nicht so brennend

und dornig

und von zarten Gesten nichts verstehend.

Wächter, fall doch selbst.

Er ist ignorant,

zieht mich dennoch zu sich unter Samtflügel,

versteckt vor Himmelspforten, ganz nah.

Nimm meine Hand,

schenk mir ein Lächeln, fedrig leicht.

Will ihn berühren, noch sachter, beinahe.

Er stößt mich herab.

Letzte Worte, still hinterhergerufen:

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