Gedicht des Tages

Willi Ennulat - Wenn die Zeit auf einmal stillsteht (Gedicht des Tages)

Wenn die Zeit auf einmal stillsteht

Wenn die Zeit auf einmal stillsteht,
und du ganz im Damals fühlst:
das Ballspiel auf Asphalt,
den würzigen Geruch,
Sommerregen,
körperlich und warm.

Deine Stimme klingt so nahe.
Sehe dein fröhliches Gesicht.
Hände zart und fein,
offen weiter Blick.
Niemand bringt dein Lachen
je zurück.

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Cordula Scheel - Durchsichtige Tage (Gedicht des Tages)


Scheel, Cordula - Am Rande der Lichtung

Durchsichtige Tage

Es wandert einer
durch die Zeit allein
weiß nicht wohin
der Weg ihn führt
er folgt dem Wind
vertraut dem Raum
der Illusion dass
irgendwo ein Mensch
wie er
 
Durch seine Finger
rinnt die Erde
rinnt das Wasser
vielleicht folgt er
aus freiem Willen
dem Fluss
hinab zum Meer
es spiegelt Licht
selbst in der Nacht

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Olivier Theobald - Geschichte muss man lesen (Gedicht des Tages am 3. April)

Geschichte muss man lesen
und verdauen,
unter modernes Licht stellen,
aus dem Jahresnebel enthüllen -

 

Geschichte ist nie allein gewesen,
man soll ihr nicht direkt vertrauen,
eher nach den Quellen fahnden,
die manchen Wunschtraum erfüllen -

 

Geschichte ist meistens nur die Verbindung
zwischen Sonne und Schatten:
Ein Sinn, den man oft vermisst -

 

Geschichte ist Überwindung,
nichts für die Satten,
besonders wenn's die eigne ist -

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Carina Goebel - Wellenschlange (Gedicht des Tages)


 

Wellenschlange

Du treibst,
treibst in der Mitte,
zwischen dem Blau,
das zwischen dem Grün.
Gelb gegen Braun,
Blau gegen dich.
Nimmt es dich ein oder
siegst du?
Treibst weiter, dein letzter Halt
eine knallrote Luftmatratze,
verlierst das Ufer aus der Sicht.
Treibst und treibst,
bis das Blau dich vollständig
verschlingt.
 

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