Gedicht des Tages

Christl Schmidt-Holländer - Handgehäkelte Pension (Gedicht des Tages)

Handgehäkelte Pension                                                   

Wer kann das mögen?
Die Spitzendeckchen –
die Trockenblumen –  all überall –
bunte Gartenzwerge groß und klein!
Solche Gemütlichkeit
nimmt mir die Luft.
Ich will atmen.
Aber hier steht die Häkelfrau.
Erzählt von Krebs,
Tochtergeschwüren und Enkelsorgen.

Taxonomy upgrade extras: 

Buch: 

Wolfgang Bullerdiek - Was nun (Gedicht des Tages)

 

Man sagte mir:

Mit der Sünde kommst du
nicht ins Paradies;
dort sind nur die Reinen
und die –
die verzichtet haben.

Man sagte mir:

Das mit der Überwindung,
es ist Schwindel,
damit die, die oben sind,
besser fressen und herrschen
können.
Und es gibt überhaupt kein
Paradies!
Es gibt nur dies eine Leben,
das bald vorbei ist.

Und ich fand:

Taxonomy upgrade extras: 

Ulrike Kleinert: Die Gespenster (Gedicht des Tages)



 

Die Gespenster

 

Die Gespenster spielen auf,

ihre braunen Jacken

haben sie ausgezogen

und mit T-Shirts vertauscht.

Sie fahren keine Panzer

sondern auf der Datenautobahn,

ihre Aufmärsche zu zweit oder fünft

finden mehr am Biertisch

als in den Straßen statt.

Ihr Lachen zwishen den Zähnen

schimmert perlweiß

 

Sie heban das Gesicht

von Söhnen, Brüdern, Freunden,

Ehemännern

 

Viel von ihnen

schlagen nie zu.

 

Sie spenden nur

Taxonomy upgrade extras: 

Günter Ullmann - Jugend (Gedicht des Tages)

JUGEND
In der ersten Hälfte des Jahrhunderts
tobten 2 grausame Weltkriege.
Ich hatte Glück und wurde erst 1946 geboren.
In beiden deutschen Staaten konnte man einigermaßen leben,
weit besser als in vielen anderen Teilen der Welt.
In beiden Staaten war es etwas muffig und spießig
(Beide Deutschlands waren mehr und weniger
Obrigkeitsstaaten),
und trotzdem ging es den Meisten nicht schlecht.
Im reichen Westen gab es mehr Demokratie und Freiheit.
Und für die traten wir an.

Taxonomy upgrade extras: 

Brigitte Spreitzer - Draußen ziehn vorüber (Gedicht des Tages)

Download: Audio icon spreitzer1.mp3



 

Draußen ziehn vorüber
Menschen
Zeitknoten
Ich schnür sie nicht auf
Unserland zeitlos
gleitet durch die Lande
Ich wähle ein wenig
Blau ein wenig Purpur
Gold

lass sinken
lass sinken

In einer Geste einem
Anklang einem Vogelruf
berührst du mich

Ich bring dir die Antwort heim.

Taxonomy upgrade extras: 

Buch: 

Seiten